Frauen

DLDS -„Die Liebe und der Suff (Teil V) oder Die verkehrte Welt“

Ja,ja! Ist ja schon gut! Ich hatte zwar gesagt, daß die weiteren Geschichten um unsere einzigartige Parkgemeinschaft für das entstehende Büchlein vorbehalten sind. Inzwischen haben mich aber so viele Bitten der nun schon existierenden Fangemeinde erreicht, dass ich gar nicht mehr anders kann, als heute noch eine Episode zu veröffentlichen. Wir nennen das in Anlehnung an andere Formate jetzt „DLDS“. Steht für „Die Liebe und der Suff“.

Es gibt schon eine ganze Menge weiterer Geschichten. Glaubt mir: Unsere Helden gehen durch ein ganzes Meer an Emotionen und skurilen Erlebnissen. Das DLDS-Universum wird größer und größer. Ihr werdet staunen. Und fast täglich geschieht etwas Neues! Die Realität gibt die Anstöße, die Phantasie macht es zu Ereignissen.

Nun aber zu der seltsamen Folge, in der ich mich selbst plötzlich mittendrin in der Handlung wiederfinde. Eben eine verkehrte Welt!

Euer Hartmut Winkelmann


DIE LIEBE UND DER SUFF (TEIL V) oder Die verkehrte Welt

Ich saß am Nachmittag im schönsten Sonnenschein im Park vor unserem Haus. Es war schon richtig sommerlich hier auf der Bank. Die Vöglein sangen. Ein laues Lüftlein wehte. Chill time für den ansonsten um diese Zeit gestressten Menschen!
Ich schaute so vor mich hin, doch plötzlich war irgendwas ganz anders. Etwas riß mich aus meiner Besinnlichkeit. Wer kam denn da den Parkweg entlang? Waren das nicht…? Sie waren es: Schantall und ihr Lover Jason. Am helllichten Tage! Schweigend und auf ihre Handys gaffend rückten sie näher. Zielgerichtet kamen beide ohne aufzublicken genau auf ihre Stammbank zu, auf der nun ich saß. Ich ließ ein Hüsteln ertönen. Erschrocken blickte Schantall mich an. Umgehend dirigierte sie ihren Begleiter auf die nächste Bank. So von dichten und bei Helligkeit sahen sie .. Naja… Eben doch anders aus.
Vom oberen Balkon unseres Hauses hörte man ein Lachen: „Ey Hartmut, haste jetzt ooch ne Rolle in der Seifenoper übernommen?“ Ich zuckte nur mit den Schultern.

„Wat wollten die uffn Amt nu von dir?“ eröffnete Jason den Dialog hier unten. „Quatsch nich so laut, sonst hört der Alte da allet und labert det noch weiter!“ Damit war ganz offensichtlich ich gemeint. „Nein, nein! Sowas mach ich nicht!“ antwortete ich sofort. Vom Balkon brüllte der junge Nachbar vor Lachen: „Garantiert nicht! Der erzählt nie was von euch.“ Er schien sehr viel Spaß bei diesen Worten zu haben. „Halt die Klappe!“ rief ich zurück.

„Alder, mit wem redet der Olle denn da?“ Schantalls Meinung über mich schien festzustehen: „Der spinnt doch!“
„Ejal!“ Jason trank von seinem Frühstücksbier. „Wat wollten die von Amt denn nu?“ „Arbeiten soll ick jehn!“ Welch Zumutung! Die junge Frau schien entrüstet: „Erstmal soll ick soone Maßnahme schieben und innen Wald harken jehn. Den janzen Tach lang! Wie soll ick dat denn tun? Man hat ja schließlich ooch andret zu tun. Hab ick der Ollen jleich jesacht.“ Jetzt gönnte sie sich auch einen tiefen Entspannungsschluck aus der Buddel mit dem niedrigwertigen Brauprodukt. Kurz widmeten sich beide ihren Smartphonebildschirmen. Schweigen.

„Wenn ick det wieder nich mache, will se mir die Kohle kürzen. Die blöde Kuh! Denn bring ick ihr nen jelben Schein!“ „Haste doch letztens ooch schon jemacht.“ Schantall drehte sich zu ihrem Gesprächspartner um. „Die will mir ooch zu ne Kur schicken, so wejens abnehmen und so. Als ob ick zu fett wäre!“ Hier schweigt jetzt des Kommentators Höflichkeit. Die weite Jogginghose spannte sich derweil um Schantalls Hüfte. „Ick bin doch nich dick, oder?!“ Fordernd schaute sie Jason an. Der blickte verdattert, fand dann aber noch schnell genug die lebensrettende Antwort: „Uff keenen Fall, nee, nee!“ Er durfte vorerst weiterleben.
Von rechts betrat ein neuer Akteur die Szenerie. Graugesichtig, schmal und irgendwie ängstlich schauend kam Porno-Paule des Weges. Das einzig feste an ihm war die Pulle Sterni. „Paule, wo haste denn deine neue Freundin jelassen?“ fragte Schantall gnadenlos nach.

Ich blickte mich sicherheitshalber schnell um. Kein dunkler Schatten zu sehen, keine Dicke Peggy in Angriffsnähe. Gott sei Dank! Auch Porno-Paule schien erleichtert: „Ach ich weiß nicht, ich soll ja ooch nichts sagen…“ Der arme Kerl! Sein Gesicht war noch aschfahler geworden.“Hartmut, hau da lieber ab, sonst wirst du auch noch weggefangen!“ schallte es vom Balkon. Also da hatte er nun wirklich recht. Aber irgendwie fesselte es mich, so mitten drin zu sitzen in dieser Story.

„Und nu wie weiter mitt„` den Amt?“ Jason blieb am Thema dran. „Na ick hab der Tusse jesagt, det ick keene Zeit hab fürt Arbeiten. Ick muß mir ja um een Pflegefall kümmern.“ „Pflegefall?“ „Na um dir! Wejens deine Sauferei.“ Jason sammelte seine Argumente und nahm deshalb auch noch einen Schluck geistige Nahrung zu sich . „Haste mir wejens det Saufen verpfiffen, du olle Pottsau?“ Ah, er fand zu seiner altgewohnten Sprache zurück!

Das Mädel in der Runde störte das wenig. Sie dachte kurz nach: „Findeste det so früh nich ooch allet seltsam hier?“ Ich schaute auf die Uhr. 16 Uhr. Na ja … „Seltsame Typen unterwegs.“ Warum schaute sie mich jetzt so an? Stimmt, so ganz war das nicht eure Zeit und eure Welt. Porno-Paule schaute ins Leere und vergaß sogar sein Getränk. Am Rande des Parks stakste das Szene-Model Pamela an der Hand ihrer Neuerwerbung Kevin, dem Prolo-Charmeur, vorbei. Schantall blickte ihm sehnsuchtsvoll hinterher. Jason ließ zum Abschied einen seiner berühmten Rülpser hören. Wohl bekomms! Definitiv war das auch nicht meine Welt!

Hartmut Winkelmann

Alle Folgen von „DLDS – Die Liebe und der Suff“ hier >>

Das und noch viel mehr wird bald ein kleines Buch füllen. Bleibt gespannt!


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