Jugend

Konsequent und siegreich – FHV räumt in Wittenberge ab


„Ich bin äußerst zufrieden, das unsere Mannschaft heute ihre Potenziale ausgeschöpft und die Chancen gut genutzt hat. Und das ausgerechnet in diesem wichtigen Regionalderby!“ Pritzwalks Trainer Marco Urner fasste die gerade beendete Partie beim FSV Veritas Wittenberge/Breese mit strahlendem Lächeln im Gesicht zusammen.

Vor der Partie wäre manch Pritzwalker sicher mit einem Punkt zufrieden gewesen, nach den ersten 15 Minuten hoffte man auf einen glimpflichen Ausgang. Unter besten Wetterbedingungen, herrlichem Sonnenschein und vor 252 Zuschauern, darunter etwa 50 Gästefans, entwickelte sich eine muntere Begegnung. Veritas war eindeutig besser, zog einen Angriff nach dem anderen auf. Schon nach 7 Minuten schlug der Ball im FHV-Tor ein. Ein individueller Abwehrfehler machte das möglich. Wäre in dieser Phase nicht FHV-Keeper Hannes Gießel wieder einmal hellwach gewesen, hätte es das Gästeteam schon zu Beginn böse erwischen können. Mit sehr viel Können, auch Glück und Hilfe seiner Abwehr meisterte das junge Pritzwalker Torwarttalent mehrere Grosschancen der Wittenberger souverän. „Da flogen mir die Bälle von allen Seiten um die Ohren!“ meinte Hannes Gießel hinterher gegenüber der Pritzwalker Stadtzeitung. Der Trainerstab reagierte: In der Abwehr wurde umgestellt, die Dreierkette verschwand. So lief es besser.

Der FHV schaffte es, keine weiteren Treffer zu kassieren und Schritt für Schritt eigene Akzente zu setzen. Nach 23 Minuten dann der Jubel des lautstarken Pritzwalker Anhangs. Mathias Altenburg schloß einen Angriff mit dem Ausgleich ab. Er traf mit seinem „schwächeren“ rechten Bein – eine echte Rarität! Veritas-Coach Roeseler meinte uns gegenüber nach Spielende, daß dieser Gegentreffer seiner Mannschaft den Zahn gezogen habe. Von da an lief aus seiner Sicht nichts mehr für Wittenberge.

Treffermässig hatte er wohl recht. Pritzwalk bekam die Partie jetzt besser in den Griff. Einige sehr ansehnliche Angriffe rollten aufs gegnerische Tor. Nach 41 Minuten war es erneut der heute glänzend aufgelegte Mathias Altenburg, der seine Chance zur FHV-Führung nutzte. 2:1. Jetzt begann die Pritzwalker Party auch auf den Rängen.

Schiedsrichter Henri Pyritz und sein Team bewerteten die Zweikampfsituationen nun endlich etwas offener. Nur 60 Sekunden nach der Pritzwalker Führung lief ein Gästestürmer mit Tempo in den Wittenberger Strafraum. Er wurde zu Fall gebracht und der Unparteiische pfiff nach kurzem Zögern. Mit stahlharten Nerven schob Tony Schulz zum völlig unerwarteten 3:1-Pausenstand ein. Die Freude bei den Pritzwalker Spielern war groß. In der Folge spürte man ihr gewachsenes Selbstbewusstsein. Sie trauten sich mehr zu, der Ball fand genauer den eigenen Mitspieler und die Spielrichtung zeigte öfter auf das Veritas-Tor.

In der Pause schworen sich die FHV-Kicker auf ein konzentriertes Weiterspielen ein. Man wollte aus einer gefestigten Abwehr weiter nach vorn spielen. Das gelang auch oft. Veritas konnte sein zuletzt erfolgreiches Spielsytem nicht mehr umsetzen. Immer öfter kombinierte unsere Mannschaft sehenswert nach vorn. Schöne Ballstaffetten zeigten die gewachsene Spielfreude. Die Gastgeber versuchten dagegen zu halten, blieben aber oft nur zweiter Sieger. Veritas-Coach Manuel Roeseler war stinksauer auf seine Leute: „Von dem was wir am letzten Wochenende so gut in Bornim gezeigt haben blieb nichts mehr! Die Positionen wurden nicht gehalten, über aussen kam fast nichts mehr und was meine Spieler an Zweikampfverhalten angeboten haben, das grenzte schon an Arbeitsverweigerung!“ Der Frust saß tief. Das war auch nachvollziehbar.

Und dann kam es noch dicker: Statt des Anschlusstreffers folgte der K.O.-Schlag. 63 Minuten waren um, da war es wieder mal Pritzwalks starke Nummer 19, Mathias Altenburg, der mit seinem heutigen Zauberbein, dem Rechten, daß Endergebnis erzielte. 4:1 für den FHV! Das hätte keiner erwartet.

Veritas hatte noch knapp 30 Minuten Zeit zur Korrektur, doch dieses Regionalderby wurde auch und vor allem durch die Konsequenz und mannschaftliche Geschlossenheit des FHV entscheiden. Wittenberges Angreifer versuchten zwar alles, doch jedesmal stand ein Pritzwalker Bein im Wege, hatte Torhüter Gießel seine Finger dran oder die Zielgenauigkeit war unzureichend. Jan Essmann, Tony Schulz, Andy Wolgast, Hannes Dura und die anderen wirbelten immer wieder gefährlich vor dem FSV- Kasten herum. Genau das erschwerte die Angriffsbemühungen der Platzherren. So blieb es beim klaren und verdienten Erfolg der Gäste. Grosser Jubel zuletzt!

Spieler, Betreuer und Zuschauer tranken an diesem Abend noch manches Bierchen auf den Sieg! Ein rundherum gelungener Tag aus Pritzwalker Sicht. Am 29.10. kommt der SV Union Neuruppin zum Punktspiel nach Pritzwalk. Mit der am heutigen Tag gezeigten Form und Einstellung sind dann drei weitere Punkte durchaus drin.

Hartmut Winkelmann / Fotos: PSZ


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