Arbeit und Soziales

Nicht vergessen – „Wir“ wollten das so!


Andrea Petrick,
PSZ-Autorin,
Foto: Privat

Noch Mitte Mai hat ein großer Teil von Dummland frenetisch applaudiert, als unsere oliv- und dollargrünen Genies Baerbock und Habeck den totalen Kr… äh, sorry, das totale Gasembargo gefordert haben. „Frieren gegen Putin“ lautete die peinlich unterbelichtete Devise der ökonomisch Ahnungslosen.

Als ob nur der heimische Wohnzimmerheizkörper kalt bleiben würde, keinesfalls aber irgendwelche Heizungen in Krankenhäusern, KiTas oder die Öfen in den Industriebetrieben, in denen Michel vielleicht das nötige Geld für das superökologische, grüne Frackinggas von Uncle Sam verdienen könnte.

Nun kommt „der Russe“ all den peinlichen Schreihälsen und Plakatschwenkern entgegen – und schon ist es auch wieder falsch. Aber wenn du sagst, dass die Sanktionen nicht die russische sondern die eigene Wirtschaft schädigen, bist du ein böser Nestbeschmutzer in der dusseldeutschen Scheindemokratie, die irgendwie total asymptomatisch in Bezug auf ihre Definition nicht mehr von der Vielfalt der freien Meinungen lebt, sondern sich – natürlich ganz unfaschistisch – in der Zuschaustellung eines gemeinsamen Konsens und der Diskreditierung Andersdenkender auszudrücken beliebt.

Asymptomatische Demokratie. Muss man erlebt haben, um es glauben zu können.

Asymptomatisch sind allerdings nicht die Wahnvorstellungen, mit denen Politik und Medien propagandistisch die Hirne fluten. Denn es entbehrt nicht eines gewissen Maßes an Irrsinn, davon auszugehen, dass Russland vergessen hat, welche Rolle unser Land sowohl historisch als auch aktuell bei der Nichteinhaltung von Minsk II gespielt – oder in diesem Fall eher nicht gespielt hat. Immerhin war Deutschland Garantiemacht des Abkommens. Und ebensowenig darf man erwarten, dass die ganze russlandfeindliche Propagande unbeachtet und unbeantwortet bleibt. Mal ganz abgesehen von den Waffenlieferungen an die Ukraine.

Wie man in den Wald hineinruft…

Aber vielleicht erhaschen ja ein paar Leute beim Zähneklappern und mit Blick auf geschlossene Fabriktore endlich mal einen Blick auf die Realität. Russland ist ein souveränes Land, das selbst über seine Bodenschätze verfügt – sehr zum Leidwesen westlicher Konzerne, denen es 2004 den Stuhl vor die Tür gestellt hat. Und es ist nicht auf uns als Abnehmer angewiesen.

WIR sind es, die etwas von Russland benötigen, nicht umgekehrt.

Ja, das tut einem wertewestlich gepolten, von der eigenen vermeintlichen Wichtigkeit und moralischen Überlegenheit besoffenen Großmaul weh. Aber es sollte sich daran gewöhnen, dass es den Bogen überspannt hat und der Hase jetzt anders läuft.

Und nicht vergessen, wir wollten das so. Wertewestliche Frostbeulen und Jobverlust inklusive.

Andrea Petrick


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