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Neue Doerfelstraße wurde heute übergeben


Am Montagfrüh um 10 Uhr war es soweit: Die neugebaute Doerfelstraße in der Pritzwalker Südstadt wurde heute übergeben. Bürgermeister Dr. Ronald Thiel hatte dazu die Anwohner, beteiligte Planungs- und Baufirmen, den Stadtwerkechef Mirko Seidel, am Projekt beteiligte Mitarbeiter der Stadt und Hauseigentümer eingeladen. Bei Kaffee, belegten Brötchen und leckerem Kuchen der Bäckerei Pickert wurde kurz Resümee gezogen. In zwei Jahren Bauzeit – Corona und Lieferengpässe bei den ausführenden Unternehmen kosteten viel Zeit – hat man die komplette Fertigstellung jetzt sogar 14 Tage vorfristig geschafft.

Dr. Thiel und sein Bauamtsleiter Halldor Lugowski nannten auch konkrete Zahlen zu den Gesamtkosten. Die Neugestaltung des Postplatzes hat etwa 400.000 € gekostet. Die Doerfelstraße mit ihren zwei Bauabschnitten erforderte mehr als eine Million Euro. Damit sind zusammen mit allen anderen Bauarbeiten in Pritzwalk-Süd jetzt 2,5 Millionen Euro an Investitionen in diesem Stadtteil geflossen.

Eingegangen wurde auch auf einzelne Kritikpunkte zum Bauvorhaben. So hatte es Diskussionen aus den Reihen der Stadtverordneten gegeben, daß ein gesonderter Radweg fehle. Halldor Lugowski begründete die letztendliche Entscheidung gegen einen gesonderten Radweg mit dem ansonsten notwendigen Wegfall der Hälfte der Parkplätze, was wohl kaum akzeptabel gewesen wäre. Auch gäbe es hier nur wenig Radverkehr. Da das gesamte Wohngebiet inkl. Doerfelstraße, Jahnstraße und Postplatz zu einer Tempo 30-Zone werde, könne man den Radfahrern auch das Fahren auf der verkehrsberuhigten und jetzt verkehrssicher gestalteten Fahrbahn zumuten. Anmerkung des Redakteurs: Es gibt mit dem Grüngürtel in direkter Nähe auch eine gute Radanbindung Richtung „Musikerviertel“ und Bahnhof. Man kann bei aller Fahrradfreundlichkeit nicht alle Straßen der Innenstadt zu Radlerpisten umgestalten. Autofahren muß auch weiter möglich sein!

Bürgermeister Dr. Thiel nannte eine Reihe weiterer anstehender Bauvorhaben in der Stadt. Es müsse noch viel getan werden. Als vorrangig bezeichnete er die Querungshilfe über die Havelberger Straße in Höhe der Parkstraße. Hier werde etwas ähnliches entstehen wie am Kietz/Bürgerpark. Zweiter Schwerpunkt in nächster Zeit wäre die Nord-Ost-Spange als Lückenschluß für die Ortsumgehungsstraße. Beides sei nötig um das zu schaffen, was man bei der attraktiven Neugestaltung der Innenstadt vorhabe.

Anlieger waren in kleinerer Zahl auch anwesend. So gab eine in der Straße ansässige Medizinerin zu bedenken, daß es für ihre gehbehinderten Patienten keine ausgewiesenen Parkplätze gebe. Auch hielt sie die Bepflanzung des Postplatzes mit nur begrenzte Zeit im Jahr blühenden Sträuchern statt mit Bäumen für wenig gelungen. Halldor Lugowski wandte dagegen ein, daß es aus denkmalschutzrechtlichen Gründen vor der alten Post keine Pflanzung hochwachsender Bäume geben dürfe.

Weitere Bürgerhinweise betrafen die Befürchtung. daß es an der Kreuzung Doerfelstraße und Jahnstraße vermehrt zu Unfällen kommen werde. Die Gleichrangigkeit der Straßen und damit gültige Rechts-vor-Links-Regel würden viele sicher nicht begreifen. Die glatte und breite Piste der neuen Straße wird sicher so manchen trotz 30er-Tempo zum Durchrasen animieren.

Die Doerfelstraße sieht jetzt attraktiver aus, der Immobilienwert ringsum wird sicher gesteigert. Insgesamt ist das ein gutes Stück Verbesserung des Stadtbildes.

Hartmut Winkelmann / Fotos: PSZ


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