Bürgerengagement

Stadt stellt Leitfaden für PV-Anlagen auf

Für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien ist die Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie durch Photovoltaikanlagen ein wichtiger Baustein. Neben Photovoltaikanlagen auf Dachflächen leisten auch Anlagen auf Freiflächen einen wichtigen Beitrag zur Umstellung der Stromversorgung.

Die Errichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-FFA) wird für Projektentwickler und Investoren durch sinkende Erstellungskosten sowie steigende Nachfrage nach regenerativer Energie immer interessanter. Aufgrund dieser günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind in den letzten Jahren zahlreiche Anträge für die Einleitung von Planverfahren zur Errichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen bei der Stadt Pritzwalk eingegangen.

VERTRÄGLICHE ENTWICKLUNG

Die Stadt Pritzwalk steht der Errichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen grundsätzlich positiv gegenüber, will aber eine für die Stadt geordnete und verträgliche Entwicklung sicherstellen.

Die Stadtverordnetenversammlung hat daher beschlossen, einen Leitfaden zur Steuerung der Ansiedlung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu erarbeiten. Mit der Erstellung des Leitfadens wurden zwei Fachbüros (FIRU mbH und Fugmann Janotta und Partner mbH) beauftragt. Hierzu liegen erste Ergebnisse vor. Die Öffentlichkeit soll nun Gelegenheit haben, sich zur Planung zu äußern und Vorschläge für den Leitfaden zu machen.

IN VIER SCHRITTEN ZUM ZIEL

Der Leitfaden soll insbesondere die Flächen im Gebiet der Stadt Pritzwalk ermitteln, die am besten für Photovoltaik-Freiflächenanlagen geeignet sind. Dies erfolgt in vier Schritten:

  1. Ermittlung von Ausschlussflächen
  2. Ermittlung von Potenzialflächen für PV-FFA
  3. Erstellung von Steckbriefen für die Potenzialflächen
  4. Erarbeitung von Handlungsempfehlungen.

Ausschlussflächen sind dabei Flächen, auf denen die Errichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen nicht möglich ist („harte Ausschlusskriterien“, zum Beispiel Siedlungsflächen oder Naturschutzgebiete) oder aus planerischen Gründen ausgeschlossen wird („weiche Ausschlusskriterien“ wie zum Beispiel Abstände zu Wohngebieten oder zu wichtigen touristischen Routen).

Ausschlussflächen und Potenzialflächen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen in der Stadt Pritzwalk (Arbeitsstand Februar 2022). Plangrundlage: © GeoBasis-DE/LGB 2022, Bearbeitung: FI-RU/Fugmann Janotta und Partner

Ausschlussflächen und Potenzialflächen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen in der Stadt Pritzwalk (Arbeitsstand Februar 2022). Plangrundlage: © GeoBasis-DE/LGB 2022, Bearbeitung: FI-RU/Fugmann Janotta und Partner

Die Ausschlussflächen sind in der Karte rot markiert. Die verbleibenden Flächen werden als Potenzialflächen bezeichnet. Das vorläufige Ergebnis der Ermittlung der Potenzialflächen ist in der Karte zu sehen.

ERTRAGREICHE BÖDEN SOLLEN GESCHÜTZT WERDEN

Die Photovoltaik-Freiflächenanlagen entstehen zumeist auf derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen. Eine Abwägung zwischen Landwirtschaftsflächen und Energieerzeugung ist daher sehr wichtig. Dabei sollen besonders ertragreiche Böden geschützt werden und Photovoltaik-Freiflächenanlagen möglichst auf ertrag-
armen Böden entstehen. Die ertragreichen Böden (Acker- oder Grünlandzahl über 30) sind in der Karte gelb markiert und sollen auch von Photovoltaik-Freiflächenanlagen freigehalten werden.

KEINE ENTSCHEIDUNG ÜBER STANDORTE

Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollen nach Fertigstellung des Leitfadens potenzielle Standorte und Projektanfragen bewertet werden. Die Entscheidung über konkrete Standorte wird während der Erarbeitung des Leitfadens noch nicht getroffen. Die Darstellung einer Fläche als „Potenzialfläche“ im Leitfaden heißt also nicht automatisch, dass diese auch bebaut werden kann. Dies muss erst im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens vertieft geprüft werden.

Als Grundlage für die weitere Bearbeitung ist nun die Bevölkerung gefragt. Anregungen werden über die E-Mail-Adresse buergerbeteiligung@pritzwalk.de oder per Post an Stadtverwaltung Pritzwalk, Amt für Stadtentwicklung, Andrea Asse, Gartenstraße 12, 16928 Pritzwalk, entgegengenommen.

Bis zum 31. März 2022 haben die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, sich zur Planung zu äußern. Sie können entweder den ausgefüllten Fragebogen oder eigene Vorschläge einreichen. Die Anregungen werden bis Mitte 2022 ausgewertet und in den weiteren Entwurf des Leitfadens einfließen. Der Leitfaden soll von den Stadtverordneten beschlossen werden.

Die Erläuterungen rund um den Leitfaden zur Ansiedlung von PV-Freiflächenanlagen verfasste Julian Boldt von der FIRU-Forschungs- und Informations-Gesellschaft für Fach- und Rechtsfragen der Raum- und Umweltplanung.

PSZ / Quelle: Stadt Pritzwalk

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