Bildungsarbeit

Internet-Betrug: Maschen der Täter und wie Sie sich schützen können

In einem abgedunkeltem Raum sitzt eine Person vor mehreren Bildschirmen. © Colourbox Foto: Maksim Shmeljov


Betrug als Straftat findet mittlerweile hauptsächlich im Internet statt. Die Vorgehensweisen der Täter sind dabei vielfältig. Diese Tipps zeigen, wo Sie vorsichtig sein müssen.

Das Internet wird zunehmend zum Tummelplatz für Betrüger. „Fast alle Betrugsarten, die wir heute feststellen, haben Bezug zum Internet. Der Betrug in der analogen Welt ist da fast schon die Ausnahme“, sagt Andreas Mackenthun vom Landeskriminalamt Hamburg.

Die Fallzahlen steigen weiter: Laut polizeilicher Kriminalstatistik gab es im Jahr 2020 bundesweit mehr als 130.000 Fälle computerbezogener Kriminalität. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 6,2 Prozent.

Kreative Kriminelle bringen viele Formen des Internet-Betrugs

So bunt die Welt des Internets ist, so vielfältig sind auch die Erscheinungsformen des virtuellen Betrugs. Gemeinsam ist fast allen Maschen, dass sie ihre potenziellen Opfer bei den eigenen Bedürfnissen packen. Bei der Hoffnung auf einen unerwarteten Geldsegen oder bei dem Wunsch, aus einer Notlage herauszukommen.

Außerdem gibt es noch das Ausspähen von sehr persönlichen, sehr wertvollen Daten, wie PIN- oder Konto-Nummern. Einige Betrüger begehen Identitätsdiebstahl – ebenfalls mit dem Ziel, an fremdes Geld zu kommen oder Waren auf Kosten anderer online einzukaufen.

Beispiele und Maschen beim Internet-Betrug:

Gewinn-Versprechen

Die Opfer werden per Mail informiert, angeblich einen größeren Geldbetrag oder eine hochwertige Sache gewonnen zu haben. Dann folgt der Hinweis, dass dafür noch eine Gebühr zu zahlen sei, zum Beispiel für die Abwicklung oder den Notar. Zahlen sollen die Opfer per Überweisung oder Paysafe-Karte.

Geschenk-Versprechen

Per E-Mail wird den Opfern mitgeteilt, dass sie eine hohe Summe Geld oder einen wertvollen Sachwert geschenkt bekommen hätten. Auch hier sollen die angeblich Beschenkten wieder die Kosten für die Abwicklung übernehmen.

Love-Scamming

Auf Online-Partnerbörsen arbeiten Betrüger mit falschen Identitäten und Fotos. Gezielt bauen sie durch Chat-Dialoge, manchmal auch per Telefon, über längere Zeit eine virtuelle Beziehung zu ihren Opfern auf. Und zwar solange, bis sich die digitale „Partnerschaft“ anfühlt, als sei sie echt. Dann beginnen die Geldforderungen. Für eine Fahrkarte beispielsweise oder um aus einer finanziellen Notlage herauszuhelfen.

Falsche Webseiten

Wer die Webseite seiner Hausbank über eine Suchmaschine in Browsern wie Firefox, Chrome oder Edge sucht, läuft Gefahr, auf eine gefälschte Webseite geleitet zu werden. Diese sehen der Original-Webseite der Hausbank täuschend ähnlich. Auf der gefälschten Seite werden Verbraucherinnen und Verbraucher dazu verleitet, Kontodaten und Passwörter einzugeben oder zum Beispiel bei einer Telefonnummer anzurufen, um einem angeblichen Bankmitarbeiter diese Informationen durchzugeben. Oder sie werden gebeten, der fremden Person einen Zugriff auf Ihren Rechner zu erlauben.

Phishingmails

Meistens erhalten die potenziellen Opfer eine E-Mail, die so aussieht, als käme sie von einer Bank, einer Internetplattform oder einem Online-Shop. Einen Klick weiter werden die Opfer oftmals aufgefordert, Zugangsdaten einzutippen. Anschließend folgt die Weiterleitung auf eine gefälschte Webseite, die eine ziemlich genaue Kopie der Originalseite eines Online-Shops oder ähnlichem darstellt. Gibt der Empfänger der Phishingmail jetzt seine vertraulichen Finanzdaten, Passwörter und Zugangskennungen ein, wird er zum Opfer.

Falsche Wohnungsanzeigen

Die Wohnungsnot machen sich auch Betrüger zunutze: Mit Inseraten von besonders attraktiven und günstigen Wohnungen machen sie auf sich aufmerksam. Dann fordern die Betrüger von Miet-Interessenten eine Vorleistung. Die erste Miete zum Beispiel oder die Kaution. Sobald das Geld überwiesen wurde, bleiben die versprochene Zusendung des Mietvertrags und der Wohnungsschlüssel aus.

Falsche Stellenangebote

Bei betrügerischen Online-Stellenangeboten versprechen die Täter den Arbeitssuchenden oft Traumjobs und beste Bezahlung. Die Bewerbungsgespräche finden anschließend telefonisch statt. Es dauert nicht lang und schon wird einem ein Arbeitsvertrag angeboten. Jedoch: Um die Arbeit auch antreten zu können, müsse noch – je nach Job – dies oder das angeschafft werden. Zum Beispiel eine Uniform, Arbeitsschuhe, eine spezielle Hemd- und Hosengarnitur. Dafür soll der vermeintliche neue Mitarbeiter zunächst in Vorleistung gehen und Geld überweisen.

Wie schützen vor Internet-Abzocke und Betrug?

Plötzliche Gewinne, ohne an einer Verlosung teilgenommen zu haben, Erbschaften oder Geldgeschenke von unbekannten Personen – sind Angebote sonderbar und ungewöhnlich, sollte immer Vorsicht walten.

Diese Verhaltensweisen schützen Sie:

  • Nicht in Vorleistung gehen – vor allem nicht bei Ihnen unbekannten Personen oder Unternehmen. Das gilt für angebliche Gebühren für die Abwicklung von Geschenken oder Gewinnen, aber auch bei angeblichen Job-Angeboten sowie neuen Mietwohnungen.
  • Geben Sie Ihre Bankdaten niemals per Telefon an fremde Personen weiter. Echte Bankmitarbeiter oder gar die Polizei fragen außerdem nicht nach Passwörtern oder PIN-Nummern von EC- und Kreditkarten.
  • Erlauben Sie Fremden keinen Zugriff auf Ihren Computer. Banken, Internetanbieter oder Behörden verlangen bei angeblichen Störungen keinen Zugriff darauf.
  • Grundsätzlich sollten Sie unbekannten Absendern einer E-Mail misstrauen. Besonders aufmerksam sollten Sie werden, wenn die E-Mail einen Anhang hat, auf den Sie klicken oder den Sie öffnen sollen. Löschen Sie diese einfach.
  • Achten Sie auf formale Schwächen bei Web-Auftritten. Gibt es Rechtschreibfehler? Sieht die Web-Gestaltung unprofessionell aus?
  • In Partnerbörsen: Wenn Sie den Partnersuchenden nicht real kennen gelernt haben, verzichten Sie auf finanzielle Hilfen.

Andreas Mackenthun vom LKA Hamburg mahnt: „Immer dann, wenn Sie in Vorleistung treten sollen, also Geld überweisen sollen, obwohl sie ja eigentlich etwas bekommen sollten: Finger weg! Dann ist das meistens Betrug.“

Quelle: NDR.DE

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