Energie

Stadtwerke Pritzwalk sehen unsichere Energiepreisentwicklung – Auswirkungen bei uns 2022 noch nicht wirksam

Mirko Seidel. Geschäftsführer der Stadtwerke Pritzwalk seit 2019.

Die Energiewende und die Preissteigerungen sind die Themen, die die Stadtwerke Pritzwalk GmbH derzeit am meisten beschäftigen. Darüber informierte Geschäftsführer Mirko Seidel beim Jahresauftaktgespräch, zu dem Bürgermeister Dr. Ronald Thiel Mitte Januar auch den Geschäftsführer eingeladen hatte. Zunächst ging Mirko Seidel jedoch auf das
abgelaufene Geschäftsjahr ein. „Wir hatten gegenüber den Vorjahren ein recht kühles Jahr 2021 – und damit hohe Mengenabsätze bei Strom und Gas“, blickte er zurück. Mitte November habe das Unternehmen auf der Homepage http://www.sw-pritzwalk.de ein Kundenportal eingerichtet. Bereits 450 Stadtwerke-Abnehmer nutzen das Angebot, verschiedene Angelegenheiten online bearbeiten zu können: Abschläge ändern, Zählerstände melden, Rechnungen einsehen
und anderes mehr.

Fünf Ladesäulen für Elektroautos haben die Stadtwerke Pritzwalk 2021 installiert. Davon ist eine eine Schnellladesäule, sie wurde auf der Dömnitzinsel am Meyenburger Tor in Betrieb genommen. „Die Stadt Pritzwalk hat den Trend erkannt und Ladesäulen in Auftrag gegeben“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer. Das Angebot werde gut angenommen: Der Strom-
versorger hat vergangenes Jahr 13 600 Kilowattstunden (kWh) Strom über die Ladesäulen abgesetzt – ein Umsatz von 8600 Euro.

Mit dem vom Aufsichtsrat der Stadtwerke beschlossenen Wirtschaftsplan 2022 wird auch das Thema Energiewende weiter verfolgt, führte Mirko Seidel aus. Das sei ein sehr komplexes Thema: „Wie sieht es mit der Fernwärmeversorgung in den nächsten 15 bis 20 Jahren aus? Wie kann man die Klimaziele erreichen und die Energiepreise dabei auf einem bezahlbaren
Niveau halten?“ Bereits jetzt werde im Wohngebiet Nord zu 73 Prozent mit Biowärme geheizt, „also grüner Wärme“. Bei der Nutzung regenerativer Energien müsse viel abgewogen und kalkuliert werden. So habe es bereits zu DDR-Zeiten eine geothermische Bohrung in Pritzwalk gegeben, die gegebenenfalls reaktiviert werden kann. Auch über die Nutzung der Abwärme von Kronotex haben die Stadtwerke nachgedacht: „Aber das ist viel zu weit weg und damit zu teuer“, meinte
Mirko Seidel. Wasserstoff werde als Option ebenfalls geprüft. Von den aktuell massiv steigenden Energieeinkaufspreisen werde Pritzwalk laut Mirko Seidel 2022 noch nicht viel spüren. „Wir müssen aber gucken, wie wir künftig damit umgehen und wie sich die Börsenpreise entwickeln.“

Für 2022 plant das Energieunternehmen Investitionen in Höhe von zirka 1,1 Millionen Euro. Dazu gehört etwa die Erschließung des Wohngebietes Am Birkenwäldchen, die das größte Projekt in diesem Jahr sein wird. Für
Instandhaltung von Trafos, Kabelanlagen, Gasleitungen und an Wärmeerzeugungsanlagen stehen 320.000 Euro im Plan.

2022 bestehen die Stadtwerke Pritzwalk seit 30 Jahren. Um den Anlass angemessen zu begehen, wurde eine kleine Projektgruppe ins Leben gerufen. „Unter anderem planen wir eine Veranstaltung für unsere Kundinnen und Kunden“, kündigte Geschäftsführer Seidel an.

Aktuell beschäftigen die Stadtwerke 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bilden im kaufmännischen Bereich aus. Die Stadtwerke befinden sich zu 51% im Besitz der Stadt Pritzwalk, zu 49% im Besitz von Edis AG Fürstenwalde.

PSZ / Stadt Pritzwalk, bat / Fotos: Stadtwerke

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