Arbeit und Soziales

Die größte „Salatschüssel“ Europas soll in Falkenhagen entstehen


Wenn dieses Vorhaben umgesetzt wird, gewinnt Pritzwalk im Gewerbegebiet Falkenhagen ein interessantes Aushängeschild! „Grüner Salatanbau Falkenhagen“ – unter diesem Namen firmiert das Projekt. Ein holländisches Konsortium im Verbund mit einheimischen und aus Hamburg stammenden Projektentwicklern hat ehrgeizige Pläne für die Errichtung einer riesigen Salatproduktion. Vierzig Millionen Köpfe sollen ab Sommer 2022 in etwa zehn Erntezyklen pro Jahr vom Band laufen. Die Produktionsstätte wird unter der Rubrik Vertical Farming geführt und soll die größte derartige Salatproduktion Europas werden. Das gesamte Produktionsgelände umfasst 36,6 Hektar – eine enorme Fläche, die der Größe von etwa 12-13 Fußballfeldern entspricht. Die Anbauhalle wird damit etwa 500 x 250 m umfassen. Wenn man bedenkt, dass in all den Jahren erst 50 Hektar Gewerbefläche in Falkenhagen durch die bestehenden Unternehmen in Anspruch genommen wurde, ist das ein gewaltiger Sprung.

Vertical Farming bedeutet, daß die Salatpflanzen in einem Zyklus von jeweils 4-6 Wochen einen durchweg automatisierten Wachstumsprozess durchlaufen. Beginnend mit einer speziellen Startphase in mehretagigen Pflanzentürmen werden sie bis zu 18 Stunden täglich einer technologisch hochwertigen LED-Beleuchtung ausgesetzt. Das läßt sie schneller und gleichmäßiger gedeihen. Sie wechseln dann, durch Roboterarme bewegt, auf Schienen, die die einzelnen Salatpflanzen in einem wachstumsoptimierten Prozess ohne Hinzufügen von größeren Mengen an künstlichen Düngemitteln und optimiertem Wasserkreislauf bis zur Reife weiterführen.

Das ganze Verfahren soll ein hochmoderne Erzeugung sein. 90% weniger Wasserverbrauch als in der herkömmlichen Produktionsweise wird das Vorhaben auszeichnen. Überhaupt: Beim Thema Umweltverträglichkeit will man ganz vorne mitspielen. Gemeinsam mit benachbarten Unternehmen, wie Glatfelter und dem Furnierwerk ist die integrierte Nutzung von Wärmeressourcen geplant.

Für Pritzwalk und die Region könnte die „Salatfabrik“ der Superlative erhebliche Vorteile bringen. Endlich wird das Gewerbegebiet besser genutzt, das gemeinsame Ziehen an einem Strick mit dem Landkreis könnte sich nach der kürzlichen Promix-Ansiedlung weiter in eine gute Richtung entwickeln, das Image des Falkenhagener Gewerbegebiet würde durch ein solches überregionales Aushängeschild erheblich wachsen und es hätte gute Auswirkungen auf das Arbeitsplätzeangebot. Hundert zusätzliche Stellen, gerade für den Bereich einfacher Tätigkeiten, werden hier dringend gebraucht. Qualifizierungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt sind vorgesehen. Zudem werden insgesamt vier Betreiber- und Begleitunternehmen in Pritzwalk ansässig sein und hier Steuern zahlen.

All diese Punkte sind Gründe für die klare Zustimmung der Stadtverordneten in den letzten Wochen. Hier werden die rechtlichen Hausaufgaben schnell erledigt. Nicht umsonst bedankten sich die Investoren ausdrücklich bei der Stadtverwaltung Pritzwalk und dem Landkreis für eine aus ihrer Sicht hervorragende Unterstützung. Wenn alles gut geht, kann im Januar 2022 mit dem Bau begonnen werden. Im Sommer des gleichen Jahres könnten die ersten Pritzwalker Salatköpfe per Gigaliner in die Metropolen Hamburg, Berlin, vielleicht sogar ins boomende Szczecin und, wenn einmal die A14 befahrbar ist, auch der Raum Hannover ausgeliefert werden. Der passende Autobahnanschluß ist vorhanden. Ortsdurchfahrten mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und vorprogrammiertem Ärger wird es nicht geben. Etwa zehn große LKW werden die „Salatschüssel“ täglich verlassen. Die Handelsketten in den Metropolregionen warten bereits.

Hartmut Winkelmann / Fotos: GSF

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