Arbeit und Soziales

Mit dem Rücken zum Volk – Monolog mit einer Kanzlerin

Wohin geht die Reise, Frau Merkel?

Eines muss man Ihnen, Frau Merkel, lassen: Sie hatten in brenzligen Situationen ein Gespür dafür, was genau in diesem Moment zu tun und oft auch nur zu sagen ist. Und Sie taten es, selbst wenn Sie und die Ihren noch einen Tag zuvor das Gegenteil vertreten hatten. Das war bei der Atomkraft so und zu anderen Anlässen. Sie besaßen die große Gabe dem Volk „aufs Maul zu schauen“. Sie wußten, was die älteren Herrschaften vor dem abendlichen Fernseher hören wollten – und die bekamen das dann auch. Ihre Freundinnen Friede Springer und Liz Mohn, oder besser Spiegel, Welt, Bild, Bild der Frau, Bild des Hundes, Bertelsmann-Stiftung, RTL & Co. und und und sorgten über ihre stramm geführten Konzerne für die mediale Verbreitung durch einheitliche Dauerberieselung. Wortschöpfungen wie „Die Macherin“, für Ihre Person wurden im Auftrag dieser Runde etabliert.

Danach kamen Ihre Fehleinschätzungen im Inland und in Europa. Sie können nicht mehr, wie gewohnt, in Brüssel durchregieren. 2015 kam die Flüchtlingskrise – nicht gerade eine Erfolgsgeschichte mit daraus resultierenden, anhaltenden gesellschaftlichen Verwerfungen!

Und jetzt setzt uns auch Corona noch gewaltig zu. Ein Lockdown folgt dem Nächsten. Planvoll wirkt das Alles nicht! Die Großunternehmen können auch jetzt weitestgehend tun und lassen was sie wollen, bekommen von Ihrer Bundesregierung höchstens mal eine Bitte zu vernünftigem Verhalten zu hören (siehe Homeoffice!). Privat aber wird dem deutschen Michel jetzt vorgeschrieben mit wem, wie lange und wo er sich bewegen darf. Ganz deutlich gesagt: Es geht nicht um die kleinen Einschränkungen, die wir als Privatmensch zu erdulden haben und wegen denen manch Quer- und Untendurchdenker fröhliche Urständ feiern. Es geht nicht um den Mundschutz, um die Flüge auf die von vielen Deutschen so geliebten Feierinseln oder ähnliche Nebensächlichkeiten sondern um was viel wichtigeres!

Was wird nach der Corona-Krise nach dem Dauer-Lockdown in Bereichen, die man inzwischen unbedingt auf ihre Infektionsbedeutung hinterfragen sollte, noch da sein von unseren Grundrechten? Was hebelt man durch heimlich still und leise weiter geltende Epidemievorschriften dauerhaft aus?

Und was bleibt von all den hunderttausenden kleinen und mittleren Unternehmen übrig, die unsere Innenstädte bis jetzt mit Leben gefüllt haben, was von den zahllosen Existenzen der Soloselbständigen, Künstler, Dienstleister, Veranstalter, was von der Alltagskultur, in der wir gelebt haben und weiter leben wollen? Das alles kann man nicht bei Amazon bestellen! Da werden auch ein paar salbungsvolle Worte in einem Ihrer Wochen-Videobotschaften nicht helfen. Ach richtig, Sie und Ihre Umgebung haben ja in jedem Fall ein gesichertes Einkommen. Wir Angestellten und Selbständigen nicht!

Während die Milliarden für Großunternehmen in erstaunlicher Geschwindigkeit fließen, müssen die Kleinen betteln, warten und die Luft anhalten. Alles muss zehnmal geprüft werden, wenn die Ämter dann mal so weit sind! Die Kleinen könnten ja betrügen! Ach ja, und die Großen nicht?

Hilfen werden versprochen, aber dann in der Müllgrube der Bürokratie versenkt. Die Insolvenzpflicht hat man ausgesetzt. Eigentlich ein „No Go“ in der Marktwirtschaft. Also kommen die Pleiten dann alle später, so nach der Bundestagswahl im Frühherbst vermute ich mal! Ein Schelm, der böses dabei von Ihnen denkt,  Frau Merkel!

Die Nerven der einfachen Leute liegen blank. Jeden Abend schütten die Öffentlich-Rechtlichen ihre Katastrophenkübel über ihnen aus. Und das zeigt Wirkung bei vielen. Sie hocken zuhause, sind ängstlich und hören heute dies, morgen das was noch alles auf sie zukommen könnte. „Angst essen Seele auf“ hieß mal ein Buchtitel. Trifft hier zu. Wer soziale Folgen benennt ist gleich ein Verharmloser. Unzufriedenheit, Frust macht sich breit und breiter.

Gibt es wirklich nur die Möglichkeit aufeinander folgender Lockdowns? Wohin soll der Weg denn führen? Wissen Sie das auch nicht, Frau Kanzlerin, oder wollen Sie das nur nicht sagen, zumindest vor den entscheidenden Wahlen? „Es ist doch alles gut gelaufen.“ sagten Sie gerade im Fernsehen. Frau Merkel, wo ist Ihr Gefühl für die Realität geblieben? Eigentlich wollen wir alle nur wissen wie es weitergeht und wie die Schäden bei Kindern, Familie und der Kleinwirtschaft behoben werden sollen. Ja, diese Pandemie fordert Geduld von allen, übermäßige Geduld. Die plumpen Durchhalteparolen lösen allerdings keines der dringenden Probleme. Ihr berühmtes Aussitzen übrigens auch nicht.              

Ihr Hartmut Winkelmann

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