Demokratie

Kemnitz braucht eine Fußgängerquerung – Bürger haben ganz konkrete Vorschläge

Im Pritzwalker Ortsteil Kemnitz regt sich Widerstand gegen die Bauausführung der B189 im Ort. Dieser Protest ist erheblich, wie eine Bürgerversammlung mit ca. 50 Einwohnerinnen und Einwohnern am Freitagnachmittag zeigte. Hier wurden die konkreten Gründe für die Unzufriedenheit vorgetragen.

Wir wurden als PRITZWALKER STADTZEITUNG zu der Versammlung eingeladen. Man bat mich als Stadtverordneter auch die Stadtverwaltung zu informieren. Das tat ich beim Hauptausschuss und so kam auch Bürgermeister Dr. Ronald Thiel nach Kemnitz.

Worum geht es? Die umfangreichen und langwierigen Baumaßnahmen an der B189 am Ortsausgang Richtung Pritzwalk nerven die Einwohner auch so schon. Hinzu kommt der Straßenneubau quer durch den Ortsteil. Der Straßenbelag wurde kürzlich abgefräst. Erst im November(!) soll ein neuer Asphalt aufgebracht werden. Trotz deutlicher Ausschilderung und völliger Sperrung der Durchfahrt rollen immer noch einige anscheinend des Lesens nicht mächtige Fahrzeugführer ins Dorf hinein. Schlimmer noch: Auch LKW`s sind ständige ungebetene „Besucher“. Wenn sie dann merken, dass sie aus dem Dorf nicht wieder herauskommen, versuchen sie mit ihren Riesenfahrzeugen im Ort zu wenden. So manche Auffahrt oder Gartenzaun ist so schon zu Bruch gegangen. Auf die Frage nach einem Schadensersatz antwortete der Landesstraßenbaubetrieb man solle zivilrechtlich dagegen vorgehen. Na super, ein Großteil der Brummi-Fahrer sind Ausländer! Da sind die Erfolgsaussichten sicher prächtig!

Die Einwohner haben vor allem eine Forderung: Wenn die Strecke einmal wieder voll befahrbar ist, dann wird der erhebliche Durchgangsverkehr umso vehementer durch Kemnitz donnern. Tempolimits hin oder her! Wie sollen dann besonders Kinder und Senioren von einer Dorfseite zur anderen kommen? Es ist keine Fußgängerquerung im Ort vorgesehen. Das ist verständlicherweise nicht akzeptabel. Man möchte eine einfache Querungshilfe, möglichst mit Bedarfsampel, wie sie auch in Heiligengrabe zu finden ist, in Kemnitz haben. Als Standort wäre der Abschnitt vor der Kita bzw. an der Bushaltestelle sinnvoll. Weiterhin gab man den Stadtvertretern eine Anregung mit: Der Bürgersteig solle doch möglichst als kombinierter Geh- und Radweg ausgewiesen werden. Mit dem Fahrrad müßte man schon reichlich lebensmüde sein, um bei dem bekannten Kfz-Verkehr auf der Straße zu fahren.

Bürgermeister Thiel stellte gleich zu Anfang klar, das die Stadt Pritzwalk nicht der Bauherr sei und deshalb leider wenig Einfluß auf das Baugeschehen habe. Zuständig ist das Landesstraßenbauamt. Und genau dieses zeichnet sich nicht gerade durch große Transparenz aus. So wurden Einwohner, die die ursprüngliche Einladung zur Baubesprechung nutzen nach den ersten kritischen Fragen hinauskomplimentiert: „Was wollen Sie hier überhaupt?“ mußten sich die Bürger anhören. Auch meinte Roland Thiel er sei ja offiziell gar nicht eingeladen worden. Das kümmerte vor Ort allerdingsniemnaden – man war an Lösungen interessiert.

Thiel und der ich als Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses bemühten uns mit den Bürgervertretern weitere mögliche Schritte zur Umsetzung der berechtigten Forderung abzusprechen. Es ist „ein dickes Brett, dass man bohren muss“ wie der Bürgermeister anmerkte. Der Bürgerprotest wird anhalten, darauf können sich die Bauverantwortlichen einstellen. Gleich vor Ort besprachen die Einwohnerinnen und Einwohner nächste konkrete Schritte. Die Pritzwalker Stadtverordneten werden am Mittwoch über das Problem informiert. Kurz danach wird es ein Treffen der Stadtverwaltung und Stadtverordneter mit den Vertretern der Kemnitzer geben.

Zur Zeit ist die Stadt bemüht die zahlreichen Straßenschäden aufzunehmen, die auf beiden Umfahrungsstrecken bereits entstanden sind. Fast alle Autos und LKW´s nutzen die „illegalen“ Umfahrungen über Alt Krüssow und Beveringen oder über Sarnow. Ronald Thiel hofft hier vom Land Ersatzzahlungen oder zumindest Baumaterial zur Schadensbehebung zu erhalten.

Wir werden das dicke Brett bohren! Soweit ist man sich einig.

Hartmut Winkelmann / Fotos (7): HW

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