Frauen

Der große Geiz & die große Leere

Früher war Pritzwalks zentraler Platz auch am Freitag mit regem Markttreiben gefüllt. Das wird aber immer weniger. Schon vor Corona nahm die Zahl der Besucher stetig ab, jetzt erreicht sie neue Tiefstwerte. Dementsprechend hat sich auch die Zahl der mobilen Händler stark verringert. Das führt zu noch weniger Kundschaft. Ein Teufelskreis!

Auswege aus dieser verzwickten Situation sind kaum in Sicht. Das geht anderen Kleinstädten ähnlich. Die doch schon tief in unser aller Hirn festgesetzte „Geiz-ist-geil“-Mentalität tut ein Übriges. In den Großmärkten gibts doch alles für 99 Cent! Beim Händler kaufen ist mir doch zu teuer! Was – 1,50€ für einen Kaffee? Nicht mit mir!

So oder ähnlich geht es zu in den Köpfen vieler Pritzwalker. Wenn dann das Cafe schließt und die Händler keinen kostendeckenden Umsatz mehr erzielen, dann wirds halt einsam auf dem Markt und lebloser in der Innenstadt! Im Hinterkopf sollte man allerdings behalten, daß so mancher nicht viel Einkommen besitzt.

Zur Zeit regen wir uns alle über Tönnies und seinen verkommenen Fleischladen auf. Wie kann man denn nur unter solchen Arbeits- und Hygienebedingungen produzieren! Kommt aber der Wochenendprospekt vom Einkaufsmarkt am Stadtrand in den Briefkasten, dann stürzen wir uns auf das Schnitzel für weniger als einen Euro. Mit der Einsicht stehts nicht gut bei uns allen! Vielleicht läßt sich die Welt ja doch nicht nur mit Ramschprodukten am Laufen halten.

Hartmut Winkelmann / Foto: PSZ

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