Arbeit und Soziales

Wo sind die Kleider-Container geblieben?

Es war nicht der erste fragende Anruf in dieser Sache in unserer Redaktion: „Wissen Sie warum die Altkleider-Container überall in der Stadt verschwunden sind?“. Nein, wussten wir ersteinmal nicht.

Zwar stehen hinter dem Rewe-Markt und auch auf dem Netto-Parkplatz an der Havelberger Straße anscheinend entsprechende rote Behälter, aber diese sind mit Verpackungsmaterial verklebt. So jedenfalls die Auskunft mehrerer Bürgerinnen und Bürger. Sie hatten allesamt durchaus noch brauchbare Kleidungsstücke zusammengetragen: „Die müssen doch noch nicht in den Müll! Vielleicht kann sie ja noch irgendwer gebrauchen.“ meinte ein Anrufer. Doch wohin damit?

Vom Pritzwalker Ordnungsamt erhielten wir den Hinweis, daß es etwas mit der Coronakrise zu tun haben könnte. Die Stadt selbst sei aber für diese Kleidercontainer nicht verantwortlich.

Wir wollten mehr wissen und stellten entsprechende Recherchen an. Wie wir erfuhren, hat das Deutsche Rote Kreuz, Betreiber zahlreicher Altkleidercontainer, bereits in der Zeit der Corona-Ausgangsbeschränkungen viele seiner Sammelpunkte abmontiert. Corona-Krise, Kurzarbeit, viel freie Zeit in den eigenen vier Wänden – was macht man damit? Den Kleiderschrank ausmisten vielleicht. Auf diese Idee sind in den vergangenen Wochen viele Menschen gekommen und entsprechend ist das Spendenaufkommen bei den Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz gestiegen. Doch hier ruft die Altkleiderflut nicht nur Begeisterung hervor.

Das Problem ist, dass der gesamte Altkleidermarkt im Moment sehr angespannt ist, erklärt Hubertus Diemer, Vorstandsvorsitzender beim DRK-Landesverband Brandenburg gegenüber rbb24: „Normalerweise sammelt das Rote Kreuz die Kleider ein, wir sortieren für die Kleiderkammern die guten, verwertbaren Kleidungsstücke aus und geben den Rest an das Wertstoffrecycling weiter. Da brechen jetzt aber Verwertungsketten ab. Deswegen laufen unsere Lager gerade voll – überall in Deutschland.“

Das steckt also dahinter! Von der Pressestelle des Landesverbandes Brandenburg des DRK erfuhren wir, dass auch in der Prignitz die Container wegen zu großem Altkleideranfall abgebaut wurden. Der DRK-Kreisverband Prignitz informiert zum Thema wie folgt:

Ein Dankeschön für jede Kleiderspende

Die 3 Kleiderkammern des DRK Prignitz nehmen aktuell und auch zukünftig Kleider-und Haushaltsspenden gern persönlich entgegen. An den 3 Standorten Perleberg, Pritzwalk und Wittenberge sind die Mitarbeiter dankbar für jede Abgabe gut erhaltener und unbeschädigter gebrauchter Ware. Vor dem Hintergrund der Corona-Situation hat sich auch die Lage auf dem Textilrecycling-Markt verändert. Der Markt ist derzeit mit Altkleidern übersättigt. Die textilverarbeitenden Unternehmen – national wie international – können gesammelte Altkleider nicht mehr weiterverbrauchen, Produktionsstätten haben die Verarbeitung eingestellt. Das bekommt auch das DRK zu spüren, indem keine Abholung der Altkleidersäcke aus den Containern mehr erfolgt. Das DRK Prignitz zog daraus die Konsequenz, alle DRK- Container zu verschließen und sie von allen Standorten entfernen zu lassen. In diesem Zusammenhang bittet das DRK Prignitz darum, keine weiteren Altkleidersäcke an Containerstandorten abzustellen, sondern gutwertige, aussortierte Ware direkt in den Kleiderkammern abzugeben.

  • Öffnungszeiten:
  • Standort Pritzwalk Die. Mi.: 09:30-15:00 Uhr
  • Standorte Perleberg und Wittenberge: Mo. + Mi.:10:00-15:30 Uhr Die. + Do.:10:00-16:30 Uhr

Hartmut Winkelmann

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