Arbeit und Soziales

Die soziale Dimension der Krise

Soziales_43

 

Ich bin zufrieden mit dem Krisenmanagement auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Überall werden Fehler gemacht,weil Krisenpläne in der Schublade liegen und nicht alle Woche gelesen werden. Alle geben sich Mühe und denken an das Naheliegende. Ausgangssperren scheinen angesichts der Ignoranz zu vieler Menschen, die denken, dass das alles irgendwie nichts mit ihnen zu tun hat, unumgänglich werden, befürchte ich. Das werden dieselben sein, die sich beschweren, wenn in der Nachbarschaft die Feuerwehr ein Haus löscht.

Ich bin aber nicht zufrieden mit der Bewältigung der sozialen Dimension dieser Krise. Weder auf Bundes, auf Landes- noch auf kommunaler Ebene.
Die Tafeln schließen. Für die, die darauf angewiesen sind, ein echtes Problem – zumal es schon eine Weile zu wenige Lebensmittel gibt. Wegen Hamsterkäufen derjenigen, die die Tafel nicht brauchen. Kompensation: keine
Zeitarbeiter werden entlassen. Sie haben nicht den selben Schutz wie reguläre Arbeitskräfte.
450-€-Kräfte haben keinen Zugang zu Geldern aus Kurzarbeit – ihre Stunden,die wegfallen, falllen ersatzlos weg. Keine Kompensation.
Frei Arbeitende, Künstler_innen, Therapeut_innen, Pflegekärfte, viele weitere freie Berufe, Kleinsbetriebe verlieren Aufträge – die Kompensation gerade bei Einzelbetrieben ist derzeit nicht zu sehen. Ich lese jedenfalls andauernd von Umsatzverlust – und nicht von Milliardendarlehen genau für diese Berufsgruppen.

Fast niemand erhebt die Stimme für diese Menschen.

Ulrich Schneider zu Pflegekräften

Und tatsächlich treibt mich am Ende außerdem um, dass all das, was auf unseren Feldern angebaut wurde, nicht mehr geerntet wird, weil die Erntehelfer_innen nicht kommen. Wegen fehlender Reisefreiheit und wegen fehlnder, adäquater Unterkünfte, in denen Hygienestandards eingehalten werden können. Auch dazu fehlt bislang jede vernünftige Idee, wer diese teilweise körperlich sehr anspruchsvolllen Tätigkeiten ausüben soll.

Es gäbe weitaus mehr, über das zu sprechen wäre und ich kann nur hoffen, dass wir im Rückblick auf diese Wochen die Lücken erkennen, die ein turbokapitalistsiches System infür eine Krise wie diese Pandemie schlägt. Für die grundgesetzlich garantierte Unversehrtheit und für die grundgesetzliche Würde jedes hier lebenden Menschen.

Diese Debatte werden wir im Anschluss führen müssen. Jetzt aber erst einmal ist die Zeit für Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe und verantwortungsvollem Umgang mit den Anordnungen, die derzeit unsere individuelle und gesellschaftliche Freiheit einschränken.

Bleibt gesund!

Jörg Rupp

 

PSZ_Bürgerjournalismus kostet Geld Kopie

 

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