Die Linke.Pritzwalk

Abrisspläne beunruhigen Mieter

 

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Geschlagene vier Stunden saßen die Abgeordneten bei ihrer Dezember-Stadtverordneten-versammlung zusammen. Einen größeren Teil der Beratungszeit nahm eine Vorlage der Stadtverwaltung zur erweiterten Objektliste des Stadtumbaus 2020-2023 ein. Darin aufgeführt sind die Häuser, für die erhaltende Maßnahmen, Aufwertungen, Sanierungen und Abrisse geplant sind. Dafür können gemäß eines vor längerer Zeit beschlossenen Stadtumbaukonzeptes Fördermittel in Größenordnungen beim Land und Bund beantragt werden. Die Liste wird je nach Bedarf erweitert oder angepasst.

Und gerade dieser Punkt Abriss erregte auf der Versammlung die Gemüter. Zahlreiche Gäste waren speziell wegen dieses Themas erschienen. Sie wohnten einer teilweise kontroversen Diskussion bei.

Viel Unruhe unter den Mietern hatte besonders der geplante Abriss des Wohnblocks Nordstraße 11-15 gebracht. Die Bewohner waren zuvor nicht offiziell informiert worden. Von den 50 WE im betreffenden Block sind z.Zt. noch 35 bewohnt. Weitere Mietanfragen soll es gegeben haben. Jetzt ist die Beantragung von Fördermitteln zum Abriss für 2022 vorgesehen. Einige Sprecher der Mieter zeigten dafür in der Einwohnerfragestunde wenig Verständnis. Manche Bewohner leben dort seit der Erbauung des Hauses zu Beginn der 70er Jahre.

So wollte auch die Stadtverordnete Heike Wiesenthal (DIE Linke) wissen, wie man bei einem evtl. nötigen Auszug garantieren wolle, dass den Mietern bezahlbare und altersgerechte Ersatzwohnungen zur Verfügung stehen. Ihr Fraktionskollege Winkelmann ergänzte, dass er sich zwar freue, wenn immer neue Baugrundstücke für Eigenheime im Stadtgebiet erschlossen würden, aber auch zukünftig wolle nicht jeder ein eigenes Haus bauen und nicht jeder hätte die finanziellen Mittel dafür. Die Stadt und WBG rissen ganze Blöcke ab, was vielleicht auch bei deren Zustand verständlich sei, aber man baue kaum eigenen, bezahlbaren und vor allem auch altersgerechten Wohnraum.

Bürgermeister Thiel und die WBG-Geschäftsführerin Zeh sicherten eine offene Informationspolitik gegenüber den Mietern zu. Es werde ein Umzugsmanagement bei der WBG eingerichtet, wenn es soweit ist. Das beruhigte die anwesenden miter aber kaum. Nach der Sitzung sprachen Mieterinnen der Nordstraße gegenüber unserer Zeitung von purer Panik, die sie befallen habe. „Wir leben seit 40 Jahren dort und jetzt sollen wir alles verlieren, die Nähe zu einkaufsmöglichkeiten, die gute und lange gewachsene Nachbarschaft?“

Viel Fingerspitzengefühl und mehr als Abrißpläne sind in Zukunft nötig.

DW

 

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