Geschichte

„Eine Investition, die höchste Zinsen trägt.“

einweihung neues Schulhaus 1905
Über die Entwicklung der Schullandschaft zwischen 1821 und 1905

Auch die Schulgebäude, damals in der Grünstraße in unmittelbarer Nähe der Kirche gelegen, wurden beim großen Stadtbrand 1821 ein Raub der Flammen. Lange Zeit musste danach improvisiert werden, da öffentliche Mittel für Baumaßnahmen bei der Stadt kaum vorhanden waren.

Erst im August 1827, fast 6 Jahre nach dem Brand, konnten erneuerte Schulgebäude für Knaben und für Mädchen bezogen werden. Sie hatten nur kleine Höfe, Platz zum spielen in den Pausen war für die Schülerinnen und Schüler kaum vorhanden. Pritzwalk hatte zu jener Zeit gerade einmal 2.700 Einwohner. 400 Schulkinder waren darunter,

1835 wurden die Räumlichkeiten spürbar zu klein. Man kaufte ein weiteres Gebäude in der Grünstraße/Ecke Havelberger Straße hinzu. Später war hier der Tischler Schaade ansässig.

Pritzwalks Magistrat stellte 1866, in Zeiten der kriegerischen Auseinandersetzungen Preußens fest, das in dieser unsicheren Periode wohl kein geordneter Schulneubau möglich wäre. Man musste sich mit dem Um– und Ausbau der vorhandenen Gebäude begnügen.

Im Jahr 1890 war es dann soweit: Man entschloss sich einen „Schulhausbaufonds“ aufzulegen. Um Beihilfen des preußischen Staates dazu wurde lange gekämpft.

1902 kam die erlösende Botschaft: Es wurde eine „allerhöchste Beihilfe von 40.000 Mark“ zur Verfügung gestellt. Schon im Frühjahr 1903 begannen die Bauarbeiten am Giesensdorfer Weg am heutigen Gymnasium. Bauplanung und Entwurf lagen in den Händen des Königlichen Bauinspektors Schwarze. Zu Weihnachten 1904 konnten die Arbeiten dank dem Eifer und Interesse der Bauleitung und dem Fleiß und der Tüchtigkeit aller Bauleute zu Ende geführt werden.“ so der damalige Bürgermeister Doerfel in seiner Festrede im Januar 1905.

Die gesamten Baukosten verschlangen 250.000 Mark. 40.000 davon waren durch die staatliche Beihilfe gedeckt, 60.000 Mark kamen aus dem aufgelegten Schulhausbaufonds und 150.000 Mark durch eine Anleihe.

Doerfel meinte damals klugerweise: „Das Geld in Schulen angelegt, die allerhöchsten Zinsen trägt!“

Im neuen Schulhaus waren 28 Schulklassen, 1 Physik– und 1 Reserveklasse, 2 Lehrer-, 2 Bücherei-Zimmer, 1 Handfertigkeitsraum und 1 Raum für Koch-Unterricht entstanden, dazu ein „Brausebad nebst Wannenbädern“ sowie ein Schulsaal mit 150qm. 1.200 Schulkinder und 25 Lehrpersonen nahmen in einem Festakt mit hohen Besuchern Besitz von der neuen Schule.

Hartmut Winkelmann

Quelle: Chronik des Goethe-Gymnasiums / Foto (1)

 

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