Arbeit und Soziales

Quo vadis Ostdeutschland?

Zwischenruf Kopie

Wohin steuert der Osten Deutschlands? Momentan stiehlt diese unscheinbare Frage so vielen Menschen ihre Zeit und Denkkraft. Das hat auch seine Gründe, schließlich sind die Urnengänge in Brandenburg, Sachsen und Thüringen nicht weniger als eine fundamentale Richtungsentscheidung für alle ostdeutschen Bundesländer. Darauf machen auch die Plakate der Parteien aufmerksam: »Damals wie heute: Freiheit statt Sozialismus« (AfD) – andererseits »Unsere Alternative heißt demokratischer Sozialismus« (DIE LINKE).

Dabei lässt sich die eigentliche Ausgangsfrage weiter unterteilen: Wem gehört die Zukunft? Wem gehört das Land? Wie wollen wir hier leben? Gefühle von der Nichtanerkennung der Lebensleistung waren stetiger Wegbegleiter der vergangenen Dekaden. Gerade in unsicheren Zeiten von Globalisierung und Freihandel sind die Ängste besonders groß, erneut tiefgreifende Änderungen durchmachen zu müssen. Die Verlustangst ist wieder zu spüren, und Ostdeutschland steht vor der Frage, ob der kapitalistische Ellenbogen noch stärker das Bewusstsein der Menschen prägt – und damit Ausgrenzung endgültig gesellschaftlicher Bestandteil wird – oder ob verlässliche Werte von Solidarität und sozialer Sicherheit ein planbares und selbstbestimmtes Leben bieten werden.

Kurzgesagt, es geht am 1. September ums Ganze: Spaltung oder Zusammenhalt, entfesselter Kapitalismus oder demokratischer Sozialismus. Darüber hinaus bleibt die Frage, wer die wirklichen Interessen Ostdeutschlands vertritt. Wem wird die Kompetenz zugetraut, die Probleme der strukturellen Benachteiligung anzusprechen und diese dann auch zu lösen? Welche Konsequenzen bringt es mit sich, wenn mehrheitlich Parteien gewählt werden, die weder die Interessen der Region noch die der Menschen vertreten, sondern aus- schließlich als politische Stütze des Kapitals fungieren? All diese Fragen müssen Teil des gesellschaftlichen Diskurses sein, sodass die Wähler und Wählerinnen selbstbewusst an die Wahlurne schreiten können.

Justin König

 

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