Arbeit und Soziales

Matthias Platzeck zeigte sich gut informiert

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Am Dienstagabend besuchte Brandenburgs Ministerpräsident a.D. Matthias Platzeck auf Einladung der SPD-Landtagskandidatin Katrin Lange unsere Stadt. Im Sudhaus der „Alten Mälzerei“ traf er auf etwa 30 Interessierte. Gut strukturiert und straff geführt durch Moderator Mike Blechschmidt ging es durch eine ganze Reihe von Themen der Landespolitik, auch gerade den ländlichen Raum betreffend. Platzeck ist nun schon einige Jahre aus dem Amt, aber längst nicht raus aus dem politischen Engagement. Er zeigte sich faktensicher und detailreich informiert über die aktuellen Fragen. Und seine freundliche, aber bestimmte Art zu argumentieren hat er in keiner Weise verlernt.

Die Landtagsbewerberin Katrin Lange ergänzte viele Details aus ihrer Regierungstätigkeit, aber genauso aus ihrer Zeit hier vor Ort als Amtsdirektorin in Meyenburg. Daraus entwickelte sich ein interessantes Gespräch.

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Im Publikum waren in weiten Teilen durchaus noch vorhandene Sympathien für den ehemaligen Regierungschef und seine Art mit den Menschen zu reden, zu überzeugen spürbar.

U.a. ging es um das weit verbreitete Gefühl vieler Menschen in Ostdeutschland Bürger zweiter Klasse zu sein und warum das so ist (mehr zu Platzecks Meinung dazu in unserem Interview). Die Energiewende und damit in Verbindung stehende negative Entwicklungen der letzten Jahre, z.B. beim Thema Windkraft, kamen zur Sprache. Lange plädierte für ein „Neuaufsetzen“ der Energiewende mit sehr viel mehr regionaler und lokaler Einflußnahme. Matthias Platzeck setzte beim Thema Strompreise an: „Es kann nicht sein, dass gerade in den Regionen, in denen der Windstrom erzeugt wird, die höchsten Preise verlangt werden.“ In der Vergangenheit habe man vor allem in die Erzeugung von Windstrom investiert. Jetzt sei es dringend notwendig sich vor allem auf  die Ableitung der produzierten Mengen und passende Speichertechnologien zu konzentrieren.

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Weiterhin behandelte die Runde das Thema Sicherheit. Der ursprüngliche Ansatz unter der SPD/CDU-Regierung in Brandenburg, der von einer stark sinkenden Bevölkerungszahl ausging, habe sich als falsch erwiesen.  Deshalb konzentriere sich Rot-Rot nun auf eine schrittweise Erhöhung der Zahl der Polizeibeamten im Land. Von heute 8.100 Polizisten wolle man auf 8.500 aufstocken, so Katrin Lange. Als Innenstaatssekretärin ist auch genau das ihr Arbeitsfeld.

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Die Kommunalfinanzen waren ein weiterer Schwerpunkt. Die stärkere Berücksichtigung des Flächenfaktors für die territorial weit ausgedehnten Landkreise und Gemeinden mit entsprechend größeren Infrastrukturstrecken, die man zu unterhalten hat, hält Platzeck für notwendig. Die Landtagskandidatin brachte das geteilte Mittelzentrum Pritzwalk/Wittstock ins Gespräch. Beide erhalten nur die Hälfte der eigentlich 800.000 Euro für ein eigenständiges Mittelzentrum. Diese Regelung werde zur Zeit überprüft und sollte in einer Neufassung des Finanzausgleichsgesetzes korrigiert werden, zumindest in Teilen. Das wird die Pritzwalker und Wittstocker Kommunalpolitiker freuen.

Auch das Publikum konnte sich mit Fragen beteiligen. Und das taten auch viele. Die meisten blieben sachlich, wenn auch oft kritisch. Nur einige fielen unter die Kategorie Schreihals mit wenig sinnvollem Inhalt und ziemlich persönlichen Problemen.

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Im Publikum waren nicht nur SPD-Angehörige. So nahm z.B. auch der AfD-Landtagskandidat Dr. Heymann sachbezogen am Dialog teil. Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, wenn auch in einigen Sachfragen der Landespolitik die etwas unbestimmten Positionen der SPD durchschimmerten. Deutlich wurde aber eine stärkere soziale komponente in den Zielen der Landespartei. Hoffen wir, dass diese den Wahltag überleben!

Im Anschluß an die Veranstaltung gab Matthias Platzeck der PRITZWALKER STADTZEITUNG ein Interview. Daran beteiligte sich auch Bernd Atzenroth von der MAZ. Lesen Sie dieses Interview hier in Kürze!

Hartmut Winkelmann / Fotos: Privat (3), HW (2)

 

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