Arbeit und Soziales

„Allein der Markt wird`s nicht richten!“ – Rege Diskussion zum ländlichen Raum

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Am Mittwochabend trafen sich fast 30 Interessierte zu einem Politischen Stammtisch zum Thema „Abgehängt. Und was kommt nun? – Chancen für den ländlichen Raum jenseits der üblichen Rezepte“. Im Kleinen Saal der „Alten Mälzerei“ hatten sich erfreulich viele Menschen aus den verschiedensten Altersgruppen versammelt. Der Stadtzeitungs-Chefredakteur Hartmut Winkelmann gab den Impuls für die Gesprächsrunde mit einigen Thesen aus seinem in Vorbereitung befindlichen kleinen Buch zum Thema. Darunter waren schon einige neue Lösungsansätze für seit langem anstehende Probleme der ländlichen Regionen. Der Druck etwas völlig Neues zu denken sei auch eine Chance für die betroffenen Landschaften, so Winkelmann. Er berichtete dazu über entsprechende erfolgreiche Projekte aus den USA und England. Dort laufen sie unter dem Titel „community wealth-building“.

Unter dem Begriff „Lebensqualität“ kamen ebenso Fragen der Internetversorgung, der Sicherung der Mobilität, des Bildungssystems und der ärztlichen Versorgung zur Sprache. Seine These: Allein der Markt wird`s im ländlichen Raum nicht richten. Der Staat, sprich Land und Bund, stünden hier in der Pflicht annähernd gleiche Lebensbedingungen zu garantieren.

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Die Bundestagsabgeordnete und agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion Dr. kirsten Tackmann sprach über spezielle Probleme der Landwirtschaft in unserer Gegend und über den Umgang damit im Bundestag.

In seiner gewohnt ausdrucksstarken Art und Weise berichtete Landwirt und Regionalvermarkter Mario Ortlieb aus Sarnow über seine praktischen Erfahrungen. An den Politikern und Verwaltungsbeamten aus Land und Bund ließ er dabei wenig Gutes. Er konnte seine Kritik aber auch sachlich begründen.

Landtagskandidat Dieter Groß (DIE LINKE) sprach über die notwendige Bodenhaftung von politischen Mandatsträgern, die oft nicht gewährleistet sei.

Zum Publikum gehörten viele parteipolitisch ungebundene, aber am Thema sehr interessierte Bürgerinnen und Bürger, genauso wie Vertreter unterschiedlicher politischer Lager und Stadtverordnete und Kreistagsmitglieder von Freien Wählern, SPD und Linken. Als interessierte Bürgerin war auch die SPD-Landtagsbewerberin und Innen-Staatssekretärin Katrin Lange dabei. Sie brachte etliche Informationen aus Sicht der Landesregierung in die Gesprächsrunde mit ein.

 

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Es herrschte eine ausgesprochen angenehme Diskussionskultur mit einer Vielzahl von Beiträgen und Einzelthemen. Insbesondere die Frage der Bürokratie als Behinderungsursache für Projekte und Verbesserungen im ländlichen Raum war ein wichtiger Diskussionspunkt. Man war sich relativ einig, dass es sich dabei vor allem um die mittlere Verwaltungsebene handele, die in zahlreichen Fällen weit weg von den Realitäten agiere.

Nach mehr als zwei Stunden kam man zum Ende. Der Stadtzeitungs-Chef Winkelmann kündigte an, dass nach diesem erfolgreichen Abend von seinem Blatt ausgehend 3-4 thematisch ausgerichtete Veranstaltung dieser Art geplant würden. Er bedankte sich für den inspirierenden Abenden und wolle zukünftig auch noch weitere politische Kräfte der Region für derartige sachliche Diskussionen gewinnen.

Man kann resümieren: Ein durchweg gelungener Abend mit viel vernünftigen Inhalten.

DW / Fotos (3): HW

 

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