Bildungsarbeit

Pritzwalk in alten Bildern (65)

Die Vorderfront der Tuchfabrik Gebr. Draeger um das Jahr 1936. Links vom Haupteingang das zu jener Zeit leider übliche Nazi-Dekorations-Fenster. Man hatte in den Firmen seine Treue zu „Volk und Führer“ zu manifestieren.

Das Unternehmen war zu jener Zeit im Besitz der Familie Quandt. Die beiden führenden Köpfe der Familie, Günther und Herbert Quandt, bewiesen in vielerlei Hinsicht ihre Verbundenheit mit dem Nazi-Reich. So ließen sie unzählige Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge z.B. in ihrer Batterieproduktion in der Nähe von Hannover offen mit Batteriesäure arbeiten. Das war für zahlreiche Menschen in kurzer Zeit tödlich. Die Quandtsche Geschäftsführung forderte dann „Nachschub“ an Arbeitskräften auf dem selben Wege an. Die Dokumentation „Das Geheimnis der Quandts“ machte diese Praxis vor einigen Jahren öffentlich.

Die heutigen Quandt-Erben bemühten sich, wenn auch nicht mit aller Konsequenz, um eine Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte aus jener dunklen Zeit. Sie haben sich auch mit erheblichen Geldbeträgen am Ausbau der Tuchfabrik zur Museumsfabrik beteiligt. Stefan Quandt unterstützt seit längerem in starkem Maße Bildungsprogramme in der GBG. Ob alle Pritzwalker trotzdem so ein ungezwungenes Verhältnis zu dieser Familie und ihrer Vergangenheit haben, wie es kürzlich ein führender Vertreter der Stadt behauptete, darf bezweifelt werden. Man kann und muß aufarbeiten – vergessen wird man es aber nicht!

aus PSZ 65 Juni / Juli 2019

 

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