Die Linke.Pritzwalk

Kleingärtner leisten eine Menge für die Stadt

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Viele Kleingartensparten in unserer Region, so auch in Pritzwalk, blicken auf eine lange Geschichte zurück. 100jähriges Bestehen feierten die Kleingärtner neulich in Pritzwalk. Sorgenfrei ist die Gegenwart der Sparten aber generell nicht.

Zum einen hat sich der Altersdurchschnitt der Vereine merklich erhöht. Immer weniger jüngere Leute leben in der Region und von bei den verbliebenen fehlt oft das Interesse am eigenen Stück Grün und der damit verbundenen Arbeit. Manch einer bekommt es bei den heutigen Arbeitsverhältnissen auch verständlicherweise gar nicht hin Beruf, Familie und einen Garten zu vereinen.

Die die sich doch noch einen Garten anschaffen, haben ganz andere Ansprüche und Erwartungen als ältere Jahrgänge. Ihnen ist weniger am Anbau eigener Erzeugnisse, als an möglichst großer Ruhe und Entspannung gelegen. Ausgedehnte Rasenflächen dominieren so etliche jüngere Gärten.

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Hier gehts hinein in die Gartensparte an der Schlachthausstraße.

Diese Neumitglieder der Gartensparten tun aber wenigstens etwas für die weitere Kultivierung der grünen Landschaften in und um die Stadt. Anders sieht es leider mit einer wachsenden Zahl leerstehender Parzellen aus. Früher waren es wenige. Man musste allerlei Beziehungen spielen lassen und eine gehörige Zeit warten, bis man einen eigenen Garten bekam. Heute stellt sich die Situation leider ganz anders dar.

Mit dem wachsenden Leerstand haben die Gartensparten zunehmend Probleme. Wir sprachen deshalb mit dem Vorsitzenden des Kleingartenvereins am Bullenkamp Reinhard Mumm. Er vertritt weit über 180 Spartenmitglieder. „Früher hat ein kurzer Arbeitseinsatz aller ausgereicht, um die wenigen leerstehenden Parzellen ordnungsgemäß zu beräumen. Das ist jetzt viel aufwendiger geworden.“ meint Mumm. Zwar leisteten viele Vereinsmitglieder ihre fünf Arbeitsstunden für den Verein im Jahr, aber die schiere Zahl der nicht verpachteten Grundstücke wächst immer weiter. Und das nicht nur am Bullenkamp! Außerdem dienten die Arbeitseinsätze ja auch anderen Zwecken, um das Aussehen der gesamten Gartenkolonie zu verschönern. In der Vergangenheit halfen auch zahlreiche Arbeitsfördermaßnahmen. Die gibt es so aber kaum noch.

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Das Vereinshaus am Bullenkamp.

Die Stadt Pritzwalk unterstützt die Sparten. So werden Abfallcontainer bereitgestellt, auch wenn die Vereine erhebliche Summen für die Entsorgung ihrer Abfälle entrichten müssen. Gerade bei Sperrmüll nach Bereinigung von Gartengrundstücken und verschiedene anfallenden Formen von Sondermüll ist die Abfuhr kostenintensiv.

Reserven bestehen sicher in der finanziellen Förderung der Gartenvereine aus den Mitteln des Stadthaushaltes.

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Was sich die Kleingärtner wünschen ist ein wenig mehr öffentliche Anerkennung für ihr Tun. „Es ist vollkommen richtig, dass regelmäßig z.B. Feuerwehrleute und Sportler für ihr Ehrenamt gelobt werden, jedoch machen wir Kleingärtner ja auch eine Menge für die Erholung der Menschen und das angenehme Aussehen des Ortes.“ sagt Reinhard Mumm. Dem kann man nur zustimmen.

Ansonsten bleibt nur der Appell an alle, besonders junge Menschen, die schon mal mit dem Gedanken an einen eigenen kleinen Garten für sich und die Familie gespielt haben: Geben Sie sich einen Ruck! Die Kosten sind überschaubar, die Auswahl der zur Verfügung stehenden Parzellen ist groß und das Gefühl in einer eigenen kleinen grünen Oase zu stehen unbeschreiblich. Die Pacht für einen Garten ist wirklich nicht hoch: Mit etwa 100 Euro im Jahr hat man die meisten Kosten abgedeckt. Machen Sie doch einfach mal einen Spaziergang zu einer der vielen Sparten im Stadtgebiet. Reinhard Mumm und seine Mitstreiter würden sich zumindest freuen und besprechen sicher gern die Möglichkeiten mit Ihnen.

Hartmut Winkelmann

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