Geschichte

Waghalsiger Bau des Kirchturms im Jahr 1882

Ein Holzgerüst führte in schwindelerregende Höhen …

Wenn man den Turm der Kirche St. Nikolai in Pritzwalks Zentrum heute so anschaut, könnte man denken, er stünde schon ewig dort. Dem ist aber nicht so. Auch das größte Gotteshaus der Stadt war ein Opfer der Flammen des großen Feuers von 1821. Damals gingen Zweidrittel der Stadt in Rauch auf. Die eng aneinander liegenden, fast nur aus Holz und gröberen Steinen, teilweise mit Strohdächern gedeckt waren an diesem Tag sehr anfällig für die Flammen.

Auch der damalige Kirchturm und ein großer Teil des Kirchenschiffs waren eine Holzkonstruktion. In dieser schicksalhaften Nacht standen auch sie bald lichterloh in Brand. Bis zum Morgen waren nur noch Mauerreste und verbrannte Bohlen zu erkennen. Noch heute sieht man von der Grünstraße aus, wie weit alles herunter gebrannt war.

Es dauerte lange, bis die Pritzwalker die Kraft und die Mittel hatten einen neuen, schönen Kirchturm aus Stein zu errichten. Auf der bekannten Stadtansicht von 1850 sieht man die Kirche noch ohne diese Zier (siehe „Das alte Pritzwalk – Eine Stadt in alten Bildern“, jetzt in unserer Redaktion erhältlich).

1880 war es dann endlich soweit. Der Neubau des Turmes von St. Nikolai begann. Damals war solch ein Hochbau aber noch ein mühsames Unterfangen. Stein für Stein musste aufeinander gesetzt werden. Als Hilfsmittel diente nur ein riesiges Holzgerüst. Wenn man dieses auf dem nebenstehenden Bild betrachtet und die ganz oben darauf tätigen Bauarbeiter sieht, wird einem regelrecht schwindlig. Mutige und fähige Männer waren das, die Pritzwalks Wahrzeichen in solcher Pracht entstehen ließen.

1882 war es schließlich vollbracht. Der Turm stand und die gesamte Kirche war nun ein weithin sichtbares, steinernes Monument mit einer Höhe von 72 Metern. Vielen Dank für die Bereitstellung dieses eindrucksvollen Fotos auf einer Postkarte zur 700-Jahr-Feier 1956 durch den geschichtsinteressierten Besitzer!

Hartmut Winkelmann

(P.S. In der gedruckten Ausgabe 63 haben sich leider einige Fehler zum Baujahr und der Höhe des Turms eingeschlichen. Ich bitte das zu entschuldigen.)

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