Demokratie

Lieber Herr Ministerpräsident! – Ein offener Brief

 

Gestatten Sie mir bitte mich heute einmal ganz persönlich an Sie zu wenden.

Sie haben sich als Regierungschef des Landes Brandenburg um die verschiedenen Regionen zu kümmern. Jede hat ihre Schönheiten – und jede ihre ganz spezifischen Probleme.

Es ist gut, dass Sie in letzter Zeit öfter auch in der Prignitz waren, mal allein, mal mit ihrem ganzen Kabinett oder sogar mit der Regierung unseres Nachbar-Bundeslandes Mecklenburg.

Was mir dabei allerdings auffiel – und ich bin bestimmt nicht der Einzige – ist ein gewisses territoriales Missverhältnis Ihrer Aufmerksamkeit. Die Prignitz besteht wahrlich aus mehr als nur den Unternehmern in Wittenberge!

Der Hochwasserschutz, die Erhaltung und der Ausbau der Elbe-Dämme ist sehr wichtig für alle Menschen hier im Nordwesten. Ja, wenn Sie mit dem Landkreis reden, ist natürlich die Kreisstadt Perleberg das primäre Ziel. Sie sind inzwischen Stammgast bei den Wirtschaftsempfängen und -feiern der Westprignitz. Das sei Ihnen gegönnt. Es gibt aber eben sehr viel mehr! Eine kleine Geografie-Nachhilfestunde kommt da vielleicht nicht schlecht:

Auch im Norden, Süden und Osten des Landkreises ist eine Menge passiert. Hier hat man unter oftmals viel schwereren Ausgangsbedingungen genauso viel erreicht – es sei nur der Begriff der fehlenden Ausweisung eines Regionalen Wachstumskern genannt. Manchmal scheint das in Potsdam wenig Aufmerksamkeit zu bekommen.

Im Zuge der neuen Landesentwicklungsplanung, deren Bezeichnung „LEP Hauptstadtregion“ leider wenig Gutes für die metropolenferneren Regionen erahnen lässt, werden einige der bestehenden Ungerechtigkeiten zementiert. So wird den Städten Pritzwalk und Wittstock auch weiterhin der Status als eigenständiges Mittelzentrum verwehrt (gleiches gilt übrigens auch für Perleberg und Wittenberge!). Warum eigentlich?

Pritzwalk, z.B., belegt bei der Bewertung verschiedenster Standortfaktoren in Ihrem eigenen Ranking einen ordentlichen 21. Platz aller Orte im Land. Als eigene Mittelzentren, mit immerhin 400.000 Euro mehr an jährlichen Landeszuschüssen, werden allerdings Städte neu ausgewiesen, die viel weiter hinten im genannten Ranking liegen. Auch sind sie in einigen Fällen viel näher an anderen, eigenständigen Mittelzentren gelegen. Im – laut Ihrer Planung – auch weiterhin „nur“ gemeinsamen Zentrum Pritzwalk/Wittstock liegen die beiden Städte fast 30 km auseinander, eine Kreisgrenze trennt sie. Das kann man kaum verstehen. Wissen Sie, Herr Woidke, wieviel Geld 400.000 mehr oder weniger für eine kleine Stadt wie Pritzwalk oder Wittstock bedeuten?

Alle politische Gruppen aus Pritzwalk haben Sie kürzlich hierher eingeladen. Kommen Sie doch her und lassen Sie uns reden!

Mit besten Grüßen

Hartmut Winkelmann

Chefredakteur und Stadtverordneter

 

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