Kultur

Ausstellung Matthias Ludwig beim Kunstverein ab 16.2.

Vom 16. Februar bis 29. März 2019 zeigt der Kunstverein Pritzwalk Arbeiten des Leipziger Künstlers Matthias Ludwig (*1969). Mit über zwanzig Arbeiten, die zwischen 2010 und 2018 entstanden sind, ehrt der Kunstverein den in Dahme geborenen Künstler zu seinem 50. Geburtstag.

Das Bildpersonal in den Gemälden von Matthias Ludwig wirkt wie aus der Zeit gefallen, vollkommen entschleunigt treten dem Betrachter Szenen des alltäglichen entgegen. Schnell wird jedoch das Eigenwillige, Verfremdete, Stilisierte der Arbeiten sichtbar und es eröffnet sich ein ganz eigener Kosmos, welcher mit unserer Vorstellung von Realität nicht mehr viel gemein hat.
Die scharfen Konturen und klar definierten Linien seiner Figuren arbeitet Matthias Ludwig Schicht für Schicht aus dem Bildgrund heraus und gewinnt so eine leuchtende Tiefe wie in den Gemälden der Alten Meister. Sicherlich ist er auch beeinflusst von Künstlern der Leipziger Schule wie Werner Tübke, Volker Stelzmann und besonders von seinem Lehrer Ulrich Hachulla, auch lassen sich Bezüge zu Balthus oder Dix finden.

Im Mittelpunkt seiner Bilder steht der Mensch – mal miteinander agierend, mal wie eingefroren stumm nebeneinander. So zeigt die Arbeit „Plan“ (2016) drei junge Menschen um einen gezeichneten Plan sitzend. Ein Protagonist hat ein Messer in die Mitte des Plans gestochen, die Beteiligten wirken dennoch isoliert, ohne Interaktion miteinander. Die Szene ist in ein unwirkliches Licht getaucht, welches eine fast magische Atmosphäre schafft und die drei Gestalten aus ihrer Umgebung heraushebt. Trotz der bedrohlichen Geste des Messerstiches strahlt die Arbeit keinerlei Gewalt oder Dramatik aus – die Erzählung läuft ins Leere, Sinn und Zweck der Geste bleiben dem Betrachter verborgen.
Dieses Spiel zwischen Sachlichkeit und Rätselhaftigkeit, Spannung und Ruhe findet sich in vielen der Arbeiten von Matthias Ludwig wieder und fast hat es den Anschein, dass es dem Künstler weniger um das Dargestellte als vielmehr um das Spiel mit der Farbe geht. Sind seine früheren Arbeiten noch von einem transparenten, aquarellartigen Farbauftrag geprägt, zeigen seine jüngeren Arbeiten eine kräftige, leuchtende Farbigkeit. Matthias Ludwig schafft es in seinen Bildern eine ganz eigene sublime Form zu entwickeln, die zugleich in der Kunstgeschichte verankert und doch eine starke Autonomie aufweist.

Matthias Ludwig studierte von 1991 bis 1998 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Prof. Sighard Gille, seinen Meisterschüler machte er von 1998 – 2001 bei Ulrich Hachulla. Er lebt und arbeitet in Leipzig.

PSZ

 

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