Arbeit und Soziales

Eine Million Jahre über Atommüll spazieren?


Bis weit in die Prignitz hinein reichen die Stollen, in denen man überlegt den hochradioaktiven Atommüll dauerhaft zu lagern. Also auch direkt unter Lenzen und dem Rudower See würde eine strahlende Zukunft warten … und das ist nicht weit von uns entfernt!

Mögliches Endlager Gorleben reicht bis unter die Prignitz … 

Vielen Prignitzern ist gar nicht bewusst, dass vor unseren Toren hochradioaktiver Atommüll lagert. Und wie sicher ist diese Lagerung überhaupt?

1977 wurde beschlossen im Bergwerk Gorleben die Eignung des Salzstocks für eine Endlagerung zu erkunden. Seit der Veröffentlichung des Berichts der Endlagerkommission 2016 findet sich der Salzstock Gorleben, der bis weit in die Prignitz hineinreicht (siehe Karte), auf der sogenannten „weißen Landkarte“ wieder, auf der alle möglichen Endlagerstätten in Deutschland stehen. Sollte sich der Bundestag für den Standort Gorleben entscheiden, würden wir unter unseren Füßen sämtlichen hochradioaktiven Müll aus ganz Deutschland haben, der eine Millionen Jahre dort lagern soll.

Momentan fungiert das Gelände als Zwischenlager, dieses ist Luftlinie nur ca. 60 km von Pritzwalk entfernt. Dort lagert in überirdischen Hallen radioaktiver Müll.

2034 läuft die Genehmigung der Zwischenlagerung in Gorleben aus. Bislang ist kein Termin für die Findung eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle in Sicht und es ist unwahrscheinlich, dass 2050 ein solches Atommüllendlager den Betrieb aufnehmen wird, wie es die Bundesregierung beschlossen hat. Das würde bedeuten, dass aus einer Zwischenlagerung zumindest eine mittelfristige Lagerung würde, ohne die Sicherheitsstandards, die für eine längerfristige Lagerung gefordert wären.

113 Castorbehälter mit Atommüll lagern in Gorleben, obwohl es keinen ausreichenden Schutz gegen einen Terrorangriff oder Flugzeugabsturz gibt. Auch zur Verhinderung von Störfällen bei einer Langzeitlagerung z.B. den Absturz des Behälters oder ein Versagen der Dichtungen, gibt es keine ausreichenden Schutzmaßnahmen. In einer kleinen Anfrage der Grünen im niedersächsischen Landtag musste das Umweltministerium einräumen, dass es für das Abfalllager für schwach- und mittelaktive Abfälle in Gorleben keinen belastbaren Sicherheitsnachweis für den Fall eines Flugzeugabsturzes gibt. (Anfrage der Abgeordneten Miriam Staudte (GRÜNE), eingegangen am 11.10.2018 – Drs. 18/1807)

Christian Richter

 

 

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