Arbeit und Soziales

„Der Prignitzer“: Schwere Vorwürfe gegen Bürgermeister

Streit in Pritzwalk um Chefposten – Stadtverordnete Jörg Schilling wirft Ronald Thiel Kungelei vor

von Hanno Taufenbach
07. Dezember 2018, 09:45 Uhr

Ein schwerer Vorwurf erschüttert das Rathaus Pritzwalk und die Stadtverordnetenversammlung. In einem Leserbrief, veröffentlicht am 5. Dezember in der MAZ, wirft der SPD-Stadtverordnete Jörg Schilling Bürgermeister Ronald Thiel Vetternwirtschaft und Kungelei vor.

Es geht um die Besetzung der Stelle des Geschäftsführers der Pritzwalker Stadtwerke. Nach Medienberichten soll das Michael Ballenthin, Vorsitzender der städtischen CDU-Fraktion, werden. Laut Schilling sei die Personalie während eines Preisskats erörtert worden. Er spricht von einer „Gegenleistung“ des Bürgermeisters.

Dass Ballenthin und die CDU Thiel im Wahlkampf unterstützten, ist bekannt. Jetzt wirft Schilling im Leserbrief dem Bürgermeister vor, dass allein schon das CDU-Parteibuch ausreiche für eine Qualifikation. Schilling fragt im Brief, ob es sich um eine „lukrative Chefsessel-Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ handelt? Zugleich kritisiert er das gesamte Bewerbungsverfahren, für das eine externe Psychologin hinzugezogen worden sei.

Thiel verwahrte sich gegen diese Vorwürfe und forderte in der Stadtverordnetenversammlung Mittwochabend Schilling auf, zu benennen, woher er seine Informationen beziehe.

Diskutiert hätte die Personalie der Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft nichtöffentlich. „Und Herr Schilling: Nicht ich als Bürgermeister entscheide über die Vergabe der Geschäftsführerstelle, sondern der Aufsichtsrat. Hier ist jede Fraktion der Stadtverordnetenversammlung vertreten“, sagte Thiel.

Schilling warf Thiel in der Diskussion vor, im Stile eines „Sonnenkönigs“ und im rigiden Führungsstil seines Vorgängers Posten mit treuen Gefolgsleuten zu besetzen und fragte den Bürgermeister, warum sein extra eingestellter Büroleiter plötzlich diese Funktion nicht mehr wahrnehme. Personalangelegenheiten gehören nicht in die öffentliche Diskussion, entgegnete Thiel.

Hartmut Winkelmann (Linke) kritisierte Schillings verhalten. „Wir kennen uns schon sehr lange und arbeiten auch gut zusammen, aber bei aller Kritik am Bürgermeister sollte man die Form und einen respektvollen Umgang miteinander wahren“, so Winkelmann. Thiel forderte Schilling auf, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, Ross und Reiter zu benennen. Jörg Schilling kündigte an, dass er in der nächsten Sitzung eine Erklärung abgeben werde.

Kürzlich musste Schilling nach einem Ordnungsverfahren eine Geldstrafe zahlen, weil er Themen und Inhalte aus dem nichtöffentlichen Teil der Stadtverordnetenversammlung in die Öffentlichkeit getragen hatte.

– Quelle: https://www.prignitzer.de/21899617 ©2018

 

 

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