Familie

Skat als Wahlfach?

Matheförderung und Nachwuchsgewinnung auf unkonventionelle Art

Die Skatspieler haben immer öfter ein Problem: Ihnen geht der mitspielende Nachwuchs aus. Bei den regelmäßigen Turnieren und Vereinsrunden sitzen die Männer 60+ zumeist unter sich. Junge Skatasse – meistens Fehlanzeige!

Der Pritzwalker Gastwirt Günter Büttner, selbst ambitionierter Skatspieler, brachte uns auf eine Idee: In anderen Regionen Deutschlands, wo auch die jungen Talente fehlen, versucht man zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Den Abiturienten in manchen Städten Baden-Würtembergs und auch in Schleswig-Holstein bietet die Schulleitung    als Wahlfach das Skatspiel an. So werden deren mathematische Fähigkeiten gefördert, denn Skat hat immer auch viel mit Kopfrechnen zu tun. In lockerer Skat-Runde macht es mit Sicherheit viel mehr Spaß sich mit Zahlen zu beschäftigen. Gleichzeitig findet so evtl. manch junger Mensch, der sonst vielleicht gar nicht drauf gekommen wäre, zum traditionsreichen Sport.

Skat ist immerhin ein „Immaterielles Weltkulturerbe“ der UNESCO. Deshalb nutzen verschiedenste Bildungseinrichtungen das deutsche Traditionsspiel zur Leistungsförderung ihrer Schüler.

So bietet z.B. die Gemeinschaftsschule in Barleben (Sachsen-Anhalt) als Teil des Lehrplanes eine Schul-AG Skat an. Jeden Mittwoch wird von im Durchschnitt 15jährigen kräftig gereizt und gepasst. Zwei erfahrene „Skat-Brüder“ leiten die Arbeitsgemeinschaft. Einfach ist das nicht immer, stehen doch zur selben Zeit Alternative AG`s, wie Tanz, Tennis oder Judo zur Auswahl.

Die Betreuer der jungen Asse und ihre Lehrer sehen eindeutig: Durch das regelmäßige Skatspielen haben sich die schulischen Leistungen der Teilnehmer merklich verbessert. Besonders in Mathematik ging die Leistungskurve nach oben, denn Skat fördert nachweislich das logische Denken und die Fähigkeit zum Kopfrechnen. Das Projekt in Barleben läuft bereits seit elf Jahren – und das erfolgreich.

Die Schuldirektorin Birgit Sydow sagt: „Ich spiele selbst gern Skat, weiß deshalb, wie man durch dies AG seine Konzentration und Aufmerksamkeit schulen kann. Und die Kinder sind begeistert, was sie von den erfahrenen Skatspielern lernen können.“

Das wäre doch auch mal eine Idee für die Pritzwalker Schulen! Die Förderung dieses „immateriellen Weltkulturerbes“ muss doch bestimmt ein lohnenswertes Ziel jeder Schulleitung sein. Die Skat-Vereine wird es sicher auch freuen. Freiwillige Skat-Lehrer finden sich garantiert!

PSZ

 

 

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