Geschichte

Ein Dankeschön an den Herrn von Salbach

An der Parkstraße steht der heute recht ramponierte Gedenkstein für Salbach.

Gerade in den gegenwärtigen schwül-heißen Tagen sucht man bei notwendigen Wegen durch die Stadt eher die schattigen Laufwege. Statt der brütenden Sonne genießt man die etwas kühleren Orte. Als ich neulich durch die Stadt lief, wurde mir beim Eintauchen in unseren schönen Grüngürtel rings um das Stadtzentrum wieder einmal bewußt, welch wunderbare Anlagen wir eigentlich haben. Sie bieten Abkühlung vom Hochsommer-Streß, Plätze für eine kleine Rast, Bänke für den gemütlichen Plausch mit Bekannten. Ein kühlendes Lüftchen weht zwischen den großen Bäumen und ihren dichten Kronen in das Gesicht des überhitzten Alltags-Wanderers!

Der Grüngürtel der Stadt wird vorbildlich von den Männern und Frauen des Stadtbauhofes gepflegt. Auch wenn einige Dummköpfe, zumeist jugendlichen Alters, keinen Respekt kennen und diverse Plätze mit ihrem Wohlstandsmüll verdrecken, halten die Stadtbediensteten die Anlagen mustergültig im Schuß. Dafür sollte man sich als Bürger auch ruhig einmal bedanken.

Wunderschöne Baumalleen, hier an der Jahnstraße.

Bedanken kann man sich aber auch, wenn auch nur noch posthum, bei den Stadtvätern, die vor gut hundertdreißig Jahren, nach dem Schleifen der sowieso nur noch rudimentär vorhanden Befestigungswälle Pritzwalks eine geniale Idee hatten. Zwischen der engen Innenstadt und den neu entstehenden Bürgerquartieren, wie der Dörfelstraße oder Hagenstraße und auch vor dem neu entstandenen Wirtschaftszentrum um die Brauerei und den Textilbetrieben am Meyenburger Tor, sollten die frei werdenden Flächen nicht einfach zugebaut werden, sondern zur Kultivierung einer ringförmigen Grünanlage genutzt werden. Der zusätzliche Wohnwert, den diese kluge Entscheidung brachte, kann man auch heute noch in sehr angenehmer Weise genießen.

Zum Bau dieses Grüngürtels gründete sich gegen Ende des 19.Jahrhunderts ein Bürgerverein. Honoratioren der Stadt schlossen sich zu diesem Zwecke zusammen und schritten zur Tat. Die ersten Wege und Baumreihen wurden angelegt. Federführend dabei war der ehemalige preußische Offizier von Salbach. Ihm und seinen Mitstreitern haben wir eine Menge an gutem Lebensgefühl zu verdanken. Eine leider nicht mehr sehr ansehnliche Steinsäule an der Parkstraße, ehemals mit einer Plakette mit Inschrift versehen, sowie der kleine Salbachweg in unmittelbarer Nähe erinnern noch heute an diesen Vorreiter eines bürgerfreundlichen Stadtumbaus.

Hartmut Winkelmann

 

 

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