Innenstadtbelebung

Pritzwalks kleiner BER

Alle Wege führen nach Rom – nur keiner ins Museum! …

Da sage man nicht, dass nur Berlin seine dauerhaften Baustellen hat! Auch wir „Provinzler“ können sowas! Unser BER ist eine Brücke. Eigentlich sollten über sie schon seit der Eröffnung der Museumsfabrik die Besucher vom neuen in den alten Teil flanieren. Ist aber bisher nichts draus geworden!

Ähnlich wie beim „großen Bruder“ Flughafen folgte bei der Brückeninstallation eine Verzögerung nach der anderen. Eigentlich waren die Voraussetzungen gar nicht so schlecht, sollte doch die alte Laufbrücke aus dem Innenhof der ehemaligen Tuchfabrik genutzt werden. Gesagt, getan. Man verfrachtete das alte Teil an seinen neuen Standort zwischen bisherigem Stadtmuseum und den zur Museumsfabrik ausgebauten großzügigen neuen Ausstellungsflächen im Seitenflügel. Und da lag sie dann …

Bei all der opulenten Planung hatte man erstmal vergessen einen betroffenen Grundstückseigentümer zu fragen, ob man seinen Grund und Boden derartig nutzen könne. Nun, das Problem konnte bald durch die Kompromissbereitschaft des Besitzers behoben werden. Jetzt gingen Fachleute an die Aufarbeitung der alten Brücke. Das kostete Zeit – und viel Geld. Der Eröffnungstermin des neuen Museums rückte heran … und was machte unsere Brückenkonstruktion? Sie lag auch weiterhin herum!

Also Eröffnung des Überwegs vertagt! Kennt man ja auch vom meistbelachten (Nicht-)Flugplatz der Welt. Die Vorbereitungen des Altmetalls schritten voran, aber dann stellte man fest, das die Brücke gar nicht so einfach an den renovierten Gebäudeteil samt neu geschaffener Verbindungstür angedockt werden konnte. Die baulichen Vorbereitungen reichten nicht aus. Rathaus – wir haben ein Problem! Und – Sie ahnen es sicher schon – weiteren Geldbedarf. Das Projekt verschlang bis dato weit mehr als 40.000 Euro. Luft nach oben vorhanden.

Dann kam auch noch so ein nicht vorauszusehender Witterungswandel, Winter genannt. Die Arbeiten ruhten. Das taten sie meistens, auch bei höheren Temperaturen. Emsige Arbeiter sieht man auf der „Baustelle Brücke“ selten. Irgendwann war es dann soweit – viele Monate nach dem ursprünglichen Fertigstellungstermin. Jetzt wurde das stählerne Ungetüm im funktionalen neuen grauen Anstrich über den Dömnitzarm, neudeutsch Umfluter genannt, gewuchtet. Heureka! Es war geschafft …

… Denkste! Jetzt liegt das problematische Brücklein zwar am vorgesehenen Platze, drüber laufen kann aber auch weiterhin niemand. Es stehen noch diverse Arbeiten – und Kosten – an. Das Metallskelett braucht noch Laufflächen, Dachabdeckungen für einen regengeschützen Übergang des Museumspublikums und sicher auch die guten deutschen Genehmigungen und Abnahmen jeglicher Art. Und Zeit!

So liegt unser Freund, die Brücke, ähnlich wie der BER bei Berlin, weiterhin in lauschiger Ruhe und harrt der Dinge die da kommen. Wir wollen ja nicht unken, aber eigentlich fehlt nur noch irgendein naturgeschütztes Getier, welches sich die Ruhe am Ort zunutze macht und an oder auf der Brücke ihren dann sakrosanten eigenen Bau errichtet. Dann ist es aber duster bestellt um die Zukunft dieser eigentlich ganz einfachen Konstruktion. Ob der Übergang vor dem BER fertig wird? Wir behalten unsere eiserne Hoffnung!

Hartmut Winkelmann

 

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