Bildungsarbeit

Den Archäologen über die Schulter schauen

Studenten bei einer Ausgrabung am Seddiner Königsgrab. Foto: LK Prignitz

Landkreis und Landesamt für Denkmalpflege laden zu einer Führung nach Seddin ein …

Im Juli 2017 ist es anhand einer einzigen Scherbe aus Ton gelungen, den Standort des bedeutenden Schwertgrabes 1 (1888) zu lokalisieren. Dieses Grab wurde bereits 1888 entdeckt. Seine reiche Ausstattung aus bronzenen Objekten befindet sich heute in Moskau. Die modernen archäologischen Untersuchen zeigen, dass der Grabhügel auf der Suche nach Schätzen 1888 vollständig „umgegraben“ wurde, weiß Jens May, Referatsleiter Praktische Archäologie des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Für die Überreste von Tongefäßen und für die verbrannten Knochen der Bestatteten interessierte man sich damals jedoch nicht. Die Urnen aus Ton wurden zerschlagen und blieben gemeinsam mit den verbrannten Überresten der Toten an Ort und Stelle. So wurde 1888 von einer „Hausurne“ berichtet, die jedoch kein Archäologe zu Gesicht bekam. Von diesem „sagenhaften“ Gefäß wurden vergangenes Jahr mehre Scherben gefunden, darunter ein großes Bruchstück von der Tür. Damit ist der Standort des Grabes nach fast 130 Jahren wiedergefunden.

Das Königsgrab und die umgebende Rituallandschaft stehen auch in diesem Sommer mit einer Forschungsgrabung in den Wickboldschen Tannen im Focus der archäologischen Bodendenkmalpflege und Forschungen. Die im Juli 2017 geöffneten Flächen sollen fertig untersucht werden. Die Archäologen hoffen, weitere Teile der Türurne und noch mehr Leichenbrand bergen zu können. Die verbrannten Knochen werden Auskunft darüber geben, ob auch hier ein Mann und zwei Frauen bestattet wurden. Möglicherweise wurde im Grab 1 (1888) ein unmittelbarer Vorfahre des Mannes aus dem „Königsgrab“ zu seiner letzten Reise niedergelegt.

Wie im vergangenen Jahr sollen interessierte Bürger die Möglichkeit erhalten, Einblicke in die vorerst letzten archäologischen Untersuchungen in den Wickboldschen Tannen zu bekommen.

Am Dienstag, 10. Juli, 16:00 Uhr, laden der Landkreis Prignitz und das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum zu einer Führung in den Wickboldschen Tannen ein.

Interessenten können den Archäologen am Standort des bedeutenden Schwertgrabes übe die Schulter schauen. Dipl.-Prähist. Jens May wird als Grabungsleiter über die Forschungen und Ergebnisse berichten.

Die Wickboldschen Tannen erreicht man von Kreuzburg kommend kurz vor der Ortschaft Seddin linker Hand entlang eines befestigten Landwirtschaftsweges. Die Einfahrt wird an diesem Tag ausgeschildert. Die übliche Zufahrt zum Königsgrab muss man links liegen lassen.

Quelle: Landkreis Prignitz

 

.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.