Arbeit und Soziales

Klares Nein in Richtung Potsdam

Rückbau des Stausees bei Sadenbeck stößt auf breiten Widerstand – rbb war vor Ort …

Wenn es um etwas Konkretes geht, ist das Bürgerengagement doch erfreulich hoch. Das konnte man am Samstagnachmittag am Sadenbecker Stausee erleben. Etwa 200 Menschen waren gekommen, um deutlich zu sagen, was sie von den Plänen der Landesregierung halten, einen Rückbau des Flachlandspeichers bei Sadenbeck in Erwägung zu ziehen. Wenn es Probleme vor Ort gibt, kommt oft der blaue Robur des rbb vorbei und berichtet über die Angelegenheit. So auch am Wochenende.

Und die anwesenden Bürgerinnen und Bürger, die Vertreter der anliegenden Kommunen, Landwirte, aktive Angler und ihr Nachwuchs, der Landkreis, Kreistagsabgeordnete und viele mehr beteiligten sich an dieser kraftvollen Meinungsäußerung. Schade das die Stadtverwaltung Pritzwalk bei diesem wichtigen Termin fehlte. Pritzwalk vertraten dafür die sechs Stadtverordneten Nicole Czaja, Dietmar Thurmann, Volker Hoffeins, Michael Ballenthin, Klaus Brandt und Hartmut Winkelmann. Und die äußerten deutlich, dass sie über alle Parteigrenzen hinweg einen Rückbau des Stausees rundweg ablehnen.

Nicole Czaja meinte gegenüber dem rbb: „Überall wird von der Stärkung des ländlichen Raumes geredet, wenn aber hier mal etwas sinnvolles und nachhaltiges entsteht will man von Potsdam aus „den Stöpsel ziehen“. Das geht so nicht!“ Starker Beifall war ihr nach dieser Aussage gewiss. In die gleiche Richtung äußerten sich die Stadtverordneten Ballenthin und Winkelmann vor der Kamera. Vertreter des Anglerverbandes, die 2.Beigerordnete des Landrates Frau Dr. Kramer, der Kreistagsabgeordnete und Landwirt Ulrich Kiekback und viele einfache Nutzer des Areals am Stausee sagten zumeist sachlich ihre Meinung.

Einige, auch gerade jüngere Teilnehmer betonten, dass der Staussee und sein Umfeld eine wunderbare Erholungsfunktion habe und von vielen Menschen täglich genutzt werde. Gerade die Menschen, denen eine große Urlaubsreise aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, nutzten das Gebiet als Naherholungsgebiet.

Gemeinsam besichtigten die Teilnehmer und das Reporterteam die Staumauer. Manche Zahlenangabe zu den angeblich notwendigen Sanierungskosten in Millionenhöhe wurden von fachkundigen und mit der bisherigen Unterhaltung der Stauanlagen befassten Personen stark in Zweifel gezogen. Viele Arbeiten seien in der Vergangenheit bereits erfolgt. Natürlich gebe es immer Instandsetzungsbedarf, aber nicht in der genannten Höhe. Für die jährliche Bewirtschaftung des Sees sei ein Betrag von etwa 5.000 Euro anzusetzen. Diesen würde u.U. sogar der Landesanglerverband übernehmen, unter dessen Betreuung das Gewässer sowieso schon steht.

Die rbb-Journalisten spielten ein zuvor in Potsdam aufgenommenes Kurzinterview mit der Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski ein, in der diese signalisierte, dass es bei der Landesregierung angekommen sei, dass hier ein großes regionales Interesse an der Erhaltung des Flachlandspeichers bestehe. Man versuche in Kooperation zwischen den Ministerien und den lokalen Akteuren eine für alle zufriedenstellende Lösung zu finden.

Wie der Kreisanglerverband in der Veranstaltung verkündete, werden die Staatssekretärin Trochowski und ihre Kollegin aus dem Umweltministerium am Mittwoch, dem 1.8. um 13 Uhr zu einem Vor-Ort-Termin zum Stausee kommen.

Fest steht nach dieser zweiten Protestveranstaltung eines: Ein Rückbau des Stausees kommt für niemanden hier in Frage! Der Widerstand gegen derartige Bestrebungen wäre mit Sicherheit vehement. Mit der Zukunft des Gewässers zusammenhängende Natur- und Umweltfolgen sind ein weiteres Thema. Wie zur Bekräftigung dieser Tatsache kreiste während der Veranstaltung ein geschützter Milan über dem Wasser.

Aus den verschiedenen Äußerungen wird ein sechsminütiger Beitrag zusammengeschnitten, den der rbb am heutigen Sonntag ab 19.30 Uhr im Rahmen seiner Sendung „Brandenburg aktuell“ zeigen wird. Er ist danach sicherlich noch eine gewisse Zeit in der rbb-Mediathek einsehbar.

Hier sehen Sie den Beitrag mit den übrig gebliebenen Aussagen >> 

(Quelle: rbb Mediathek)

PSZ / Fotos (8): HW

 

 

 

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