Familie

Todesfahrer erneut vor Gericht

Es war ein Schock, was da im Februar 2015 mitten in Schönebeck passierte. Auf der quer durch den Ort verlaufenden Bundesstraße war ein 13jähriges Mädchen auf ihrem Heimweg vom Schulbus beim Überqueren der Straße von einem durchrasenden Auto erfasst worden. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Der damals 36jährige Fahrer war zum Tatzeitpunkt sturzbetrunken. Nach dem Unfall fuhr er einfach weiter. Nur sein Beifahrer stieg aus und versuchte dem Unfallopfer zu helfen. Der Täter stellte sich erst Stunden später der Polizei und hatte selbst zu diesem Zeitpunkt noch 1,13 Promille intus.

Vor dem Amtsgericht in Perleberg wurde der Bulgare im Frühjahr 2016 angeklagt und erhielt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten. Seine Schuld und absolute Fahruntüchtigkeit zum Unfallzeitpunkt war für das Gericht erwiesen. Das sah der Verurteilte aber anders. Er ging in Berufung.

Das Berufungsverfahren wurde danach ausgesetzt, da bekannt wurde, dass der Bulgare bereits 2011 wegen einer Trunkenheitsfahrt zu vier Monaten Freiheitsentzug verurteilt. Diese Fakten lagen dem Gericht bis dahin nicht vor. Man beschaffte die entsprechenden Unterlagen aus Bulgarien.

Für die Mutter des toten Mädchens ging es aber um mehr. Mit übermenschlicher Kraft setzten sie und ihre verbliebene Tochter sich danach für mehr Verkehrssicherheit im Ort ein. Die  Unfallstelle ist auch heute noch sehr gefährlich. Es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 kmh. Doch so mancher hält sich nicht daran. Die Ortsdurchfahrt lädt einfach zum rasen ein. Wenigstens stellen die Behörden dort seitdem öfter ihre Tempoblitzer auf.

Die beiden Hinterbliebenen initiierten eine Unterschriftensammlung. 2.800 Menschen unterschrieben die Petition, die anschließend dem Landtag übergeben wurde (Wir berichteten). Sehen Sie auch ein Video von der Unterschriftenübergabe auf PRT24!)

Ab diesem Mittwoch wird erneut verhandelt. Für die Mutter und die nunmehr 16jährige Zwillingsschwester der Verunfallten kehrt also noch keine Ruhe und Zeit für einen endgültigen Abschied ein. Erst muss dieser Mann ohne Gewissen rechtskräftig hinter Schloss und Riegel sitzen!

Hartmut Winkelmann

 

 

 

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