Arbeit und Soziales

Neues Museum nimmt Formen an

Die Ausschussmitglieder lassen sich von Museumsleiter Lars Schladitz (im schwarzen Anzug) die Planungen erklären.

Rechts wird es Glasfenster in den Torbögen geben, die das zukünftige Cafe von den Ausstellungsräumen trennen, aber gleichzeitig einen Einblick erlauben.

Der Hauptausstellungsraum nimmt Form an. Hinten rechts soll noch ein Sanitärtrakt entstehen.

Auch eine Etage höher wird es Präsentationen zu den unterschiedlichen Gewerken geben. Noch einen Stock höher liegen die zukünftigen Verwaltungsräume.

Während ihrer gemeinsamen Sitzung informierten sich der Stadtentwicklungsausschuss und der Rechts- und Ordnungsausschuss der SVV vor Ort über den Fortgang der Arbeiten am Erweiterungsbau des Stadtmuseums in der ehemaligen Tuchfabrik. Museumsleiter Lars Schladitz gab den Abgeordneten kompetente Auskünfte zu den erreichten Baufortschritten und zeigte mit verständlichem Stolz die zukünftigen Museumsräume. Das erweiterte Stadtmuseum wird als Schwerpunktthema die industrielle Entwicklung unserer Stadt und Region haben. Dazu zählen das Tuchmachergewerbe ebenso wie Druckereien, die Brauerei, Metallbau, Schuhmacherwerkstätten usw. Alle diese Branchen werden in den neuen Ausstellungen präsentiert werden. Dabei soll es nicht nur um bloßes Anschauen gehen – man will vielseitige Mitmach- und Kennenlernangebote bieten. Es wird in gewissem Sinne also ein Museum zum Anfassen sein.

Wie die neue Einrichtung genau heißen wird, ist noch nicht klar. Man befindet sich gerade in der Phase der Namenssuche. Ideen und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger sind dabei ausdrücklich gewünscht, wie der Museumsleiter betonte. Man will über den Charakter eines reinen Heimatmuseums hinaus gehen.

Ein Schwerpunkt der künftigen Ausstellungen wird die industrielle und gewerbliche Entwicklung Pritzwalks zu Beginn des letzten Jahrhunderts sein. In dieser Zeit entstanden und entwickelten sich wichtige Industriebetriebe. Markante Bauten entstanden, wie z.B. die Tuchfabrik, die neue Brauerei usw.. Aber auch eine ganze Reihe von Straßen wurden durch gutbürgerliche Bauten aus dieser Zeit bis heute geprägt, so etwa die Dörfelstraße und die Hagenstraße, aber auch Teile des Meyenburger Tores.

Das gesamte Museum wird nach Fertigstellung nur noch über das große Tor im Vordergebäude der Tuchfabrik von Seiten Meyenburger Tor möglich sein. Über den dann mit zehn Schauvitrinen des Museums ausgestatteten Durchgang erreicht man dann den schon jetzt in Grundzügen eindrucksvollen Innenhof. Linkerhand befindet sich der neue Haupteingang des Museums. Die Besucher gelangen zum Servicebereich mit Museumsshop. Letzterer wird seine Angebote dann bedeutend modernisiert haben. Im Eingangsbereich wird es ein Museumscafe geben, in dem der interessierte Gast oder auch vorbeikommende Spaziergänger gemütlich verweilen können. Die Öffnungszeiten werden erweitert, insbesondere auch an den Wochenenden. Die Möglichkeiten einer Freiluftterrasse im Innenhof sind vielversprechend.

Das Museum wird sich über mehrere Etagen erstrecken. Die Bauarbeiten sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Die komplette Ausstattung des Museums wird sich über mehrere Jahre hinziehen. Mit einer Eröffnung kann man im ersten Halbjahr 2018 rechnen, so hofft Lars Schladitz, dem man die Begeisterung für „sein“ neues Haus anmerken konnte.

Mit dem bisherigen Stadtmuseum, das natürlich weiter ein Teil der Ausstellungsflächen bieten wird, ist der neue Teil mit einem geschützten Überweg über den Dömnitzarm verbunden.

Ein Highlight wird garantiert der vom Museum aus begehbare Aussichtsturm sein. Von hier oben hat man einen guten Rundblick auf das Zentrum unserer Stadt. Wo ist das sonst schon möglich? Insgesamt plant die Museumsmannschaft ganz neue Besucherkreise anzusprechen. Man geht davon aus, dass die jetzige Zahl von etwa 2.500 Museumsgästen im Jahr bedeutend übertroffen werden kann. Dafür wird aber sicher auch eine ganze Palette von Medienangeboten notwendig sein – viel mehr als es bisher genutzt wird. Pritzwalk wird mit diesem Museum ein wahres Kleinod bekommen. Man muß es aber auch überregional bekannt machen, damit es ein wirklicher „Renner“ wird.

Ein museumspädagigisches Konzept wird im Verbund mit den anderen Prignitzer Museen erstellt. Die Kooperation mit den Schulen bei Praktika, Ausstellungen und praktischer Vermittlung alte handwerklicher und gewerblicher Arbeitstechniken wird eine wichtige Rolle spielen.

Das Stadtmuseum wird momentan mit 3 Vollzeit- und einer Teilzeitstelle unterhalten. Eine weitere Stelle soll noch in diesem Jahr dem Museum zugeordnet werden. Das war auch einer der Punkte, bei denen einige der Stadtverordneten Kopfschmerzen bekamen. Wird das für den Betrieb solch einer großen Einrichtung wirklich ausreichen, auch gerade in Anbetracht der erweiterten Öffnungszeiten? Weitere Fragen bezogen sich auf die dann anfallenden Unterhaltungskosten des Objektes. Wenn man durch die zahlreichen und weiten Räume geht, bekommt man ein recht beklemmendes Gefühl bei dem Gedanken an die künftigen Heizungs- und sonstigen Betriebskosten.

Mit dem neuen Museum wird etwas tolles entstehen. Konzepte, Ideen sind da. Das Engagement der Mitarbeiter auch. Also, freuen wir uns auf diesen Schritt nach vorn in Sachen Kultur und Geschichte!

Wer Interesse hat sich den Fortgang der Bauarbeiten selbst anzusehen, der hat die Chance dazu beim nächsten „Tag der offenen Baustelle“ am Samstag, dem 1. Juli.  Museumschef Lars Schladitz lud alle Bürgerinnen und Bürger schon jetzt herzlich dazu ein.

Hartmut Winkelmann

 

 

 

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