Demokratie

Große Unterstützung für Erhalt des gesamten Hainholz

Die neu entstandene Interessengemeinschaft ProHainholz hatte für den Samstag zu einer Waldwanderung eingeladen. Man wollte die Realitäten an und um die alte Baumschule einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren und somit für den Erhalt dieses naturnahen Areals werben. Bürgermeister und neun Stadtverordnete von CDU, FDP und Bauernverband wollen das Gelände zu einem recht fragwürdigen Preis aus öffentlichem Eigentum verkaufen und sie dem Heidelbeer-Plantagenbetreiber Arndt bzw. seiner GmbH übereignen. Der neue Besitzer will das Gelände roden und dort verschiedene Plantagen auf insgesamt 10,5 Hektar errichten. Die Verträglichkeit dessen mit dem Vorhandensein einer Trinkwasser-Schutzzone bleibt fraglich. Es hatte zum Thema in den letzten Wochen bereits eine starke Diskussion unter den Bürgerinnen und Bürgern gegeben.

Das die Unterstützung für den Erhalt der alten Baumschule als in den letzten Jahren natürlich gewachsenes Gelände viel größer ist, als es dem Bürgermeister und seinen Gleichgesinnten lieb ist, zeigte die Teilnehmerzahl an diesem Wochenende. Über 100 Menschen nahmen an der Waldwanderung teil. Fachkundige Begleiter erläuterten in sehr sachlicher Art und Weise die ökologischen Hintergünde. Zahlreiche Anwohner äußerten ihre Bedenken zu den Plänen der Stadtverwaltung und des vorgesehenen Käufers. Nach einem ausführlichen Rundgang um das betreffende Gelände und benachbarte Bewirtschaftungsflächen konnten sich die Teilnehmer bei Kaffe, Tee und Kuchen stärken.

An der Veranstaltung nahmen Stadtverordnete von SPD, Freien Wählern und der Linken teil. Auch der Bürgermeisterkandidat Dr. Ronald Thiel war als Privatmann dabei. Wie sich zeigte, werden eine ganze Reihe von Bürgerinnen und Bürgern auch zukünftig öffentlich für den Erhalt der Flächen in ihrem jetzigen Zustand eintreten. Das Thema wird wohl noch lange nicht vom Tisch sein. Zur Zeit liegen der Kommunalaufsicht mehrere Anfragen von Kommunalpolitikern vor, die eine Rechtmäßigkeit des Verkaufs bezweifeln. Weiterhin liegen gegen den Bürgermeister mehrere Dienstaufsichtsbeschwerden vor. Das Stadtoberhaupt hat seinerseits Anzeige bei der Staatsanwaltschaft „gegen unbekannt“ wegen des Bekanntwerdens von nichtöffentlichen Informationen über den Verkaufsvorgang erstattet. Das könnte für ihn auch nach hinten losgehen, denn hier scheinen doch etliche Fragen offen zu sein, ob man so mit öffentlichem Eigentum und dessen Übertragung an Privatpersonen umgehen kann. Die Linksfraktion hat für kommende Woche Akteneinsicht verlangt. Von der Aufrichtigkeit seitens der zuständigen Teile der Stadtverwaltung bei dieser Akteneinsicht wird sicher viel abhängen.

PSZ

Siehe auch unsere weiteren Artikel zum Thema >>

Die MAZ berichtet ebenfalls über die Veranstaltung >>

 

 

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