Demokratie

„Alternativen muss man auch wollen“

nld-weihnachtsfeier-und-baumverkauf_2016_12_17_06Ein Artikel der Stadtverordneten Christa Pfeifer (Freie Wähler) zum Verkauf der Alten Baumschule:   

In der MAZ vom Freitag 24.02.2017 wird unter dem Aufmacher >Verkauf an Arndt besiegelt< der Eindruck erweckt, dass das Gelände der ehemaligen Baumschule im Pritzwalker Hainholz an Herrn Arndt verkauft wird. Klarzustellen ist, dass nicht Herr Arndt persönlich der Käufer ist, sondern wir als Abgeordneten abgestimmt haben über den Antrag der Art-Attack GmbH. Daher kann die Immobilie jetzt nicht im Privatvermögen untertauchen und evtl. an die GmbH, in der Herr Arndt Gesellschafter ist, verpachtet werden.

Unnötige Eile und der Druck in der Stadtverordnetenversammlung, durch den unentschlossene Abgeordnete in ungewöhnlich hoher Anzahl mit Stimmenthaltungen reagiert haben, macht natürlich auch die Bürger hellhörig und skeptisch. Aber bitte kommen Sie nicht in mein Büro, um mich zu maßregeln, denn meine Stimme war eine der NEIN-Stimmen und ich will ausdrücklich betonen, dass ich damit nicht die wirtschaftlichen Absichten von Herrn Arndt und seines Unternehmens verhindern möchte. Dafür gibt es sicher in der Nähe der jetzigen Plantage oder in Pritzwalk ebenso geeignete Flächen. Nur muss man Alternativen auch wollen. Den Kritikern geht es allein um das Hainholz insgesamt.

Herr Frank Römer hat mit unbestritten kompetentem Fachwissen in der Stadtverordnetenversammlung dargestellt, was sich auf besagter Fläche in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Mit Sicherheit könnte das Gelände ansprechender gepflegt und genutzt werden. Die Notwendigkeit stellte sich bisher nicht und gerade deshalb konnte sich dieses Biotop in seiner jetzigen Form entwickeln. Das ist nun aber anders und alternative Vorschläge sollten daher auch eine Chance haben. Den Erholungswert unseres kleinen Stadtwaldes an sich, gilt es zu erhalten. Eine Schneise der Monokultur wertet das gesamte Gelände und somit auch Pritzwalk ab.

Soviel Einsicht und Weitblick darf man nach 27 Amtsjahren von einem Bürgermeister wohl erwarten. Seine herabsetzende und entwertende Art und Weise im Umgang mit Bürgern und Abgeordneten, die sich nicht bedingungslos seiner Meinung unterwerfen, ist schon skandalös und zeugt von starken Defiziten sozialer Kompetenz. Noch sind es wenige, die sich äußern und die vorliegenden alternativen Vorschläge sind sowohl zu konkretisieren wie verbesserungsbedürftig, zielen aber alle auf die Erhaltung des Geländes ab. Auch ist festzustellen, dass die bisherige Aufregung der Bürger um die Umnutzung vorwiegend vom individuellen Interesse als Anwohner geprägt war. Aber es melden sich immer mehr kritische Stimmen zu Wort, die es verurteilen wie mit dem Eigentum der Bürger unserer Stadt leichtfertig umgegangen wird. „Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss vergiftet und der letzte Fisch getötet ist, werdet ihr begreifen, dass man Geld nicht essen kann.“ Das wussten schon die Cree-Indianer als ihnen die Zivilisation aufgezwungen wurde. In 2017 ist dieses Wissen in Pritzwalk leider noch nicht flächendeckend angekommen.

Vielleicht überlegt Herr Arndt ja noch einmal, denn er kann sein Kaufangebot ja immer noch zurückziehen. Mit der Heidelbeerplantage am Sommersberg hat Herr Arndt Pritzwalk auch überregional bekannt gemacht. In meiner Wahrnehmung hat er dafür mehr Achtung und Anerkennung erworben als Herr Brockmann mit historischem Kostüm Fahrkarten knipsend in der Lindenberger Kleinbahn. Allerdings ist das Volk kritisch und lebt in der Gegenwart und da will er eben im Hainholz absägen, was über einen langen Zeitraum freiwillig in einer ganz eigenen Vielfalt gewachsen ist, ob nun botanisch, ökologisch oder sonst irgendwie wertvoll oder nicht. Das Abwägen aus der Sicht der Kunden wird nicht einfach werden. Auf die eine Seite die Erfolge und das schöne jährliche Heidelbeerfest und in die andere Waagschale dann das kaputte Hainholz zu legen, bringt das Ansehen in eine Schieflage. Schade! Herr Arndt, bitte, noch ist es nicht zu spät! Ich bin mir sicher, für ein Umdenken würden Ihnen viele Pritzwalker Bürger Dank und Hochachtung zollen!

Christa Pfeifer

Abgeordnete Freie Wähler der SVV Pritzwalk

 

 

 

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