Pritzwalk-Krimi

Geister im Futternapf

Pritzwalk Krimi KopieDer 4. Pritzwalk-Krimi von Romy Gläser

Neulich in einem Tierfachgeschäft in Pritzwalk. Verkäuferin eins: „Sag mal hast du wieder Gourmet-Katzen-Leckerlis verkauft?“ Die andere junge Dame, die soeben Belege kontrollierte, blickte auf. „Nein, warum fragst du?“ Verwundert zählt die Fragende die besagten Gourmet-Beutel durch. „Ich hätte schwören können, dass waren gestern noch 10, aber hier sind jetzt nur noch 9!“ Verwundert kommt ihre Kollegin dazu. „Laut Belegen haben wir aber eine Lieferung von 15 bekommen!“ „Ob hier jemand klaut?“ Die Verkäuferinnen suchen sämtliche Belege raus und kontrollieren und vergleichen, doch das Defizit bleibt.

Einige Tage später. Harry und sein Hund Derrick hatten einen langen Spaziergang unternommen. Es war zum Ritual geworden, einmal in der Woche, egal bei welchem Wetter zu dem Tierfachhandel zu laufen. Die Damen dort kannten Harry schon und freuten sich immer, wenn er kam. Sie hörten ihm gern zu, wenn er von seiner Zeit als Polizist in Köln erzählte. Auch die Geschichte mit dem LKW hatte sich herumgesprochen, auch wenn sie heillos übertrieben wurde. Einmal erzählte ein zufällig getroffener anderer Hundebesitzer, dass ein LKW mit Heroin von einem Hund und einem Scharfschützen aufgehalten worden war. Er erzählte es Harry, der blöd schaute, was? Ja, ja die Mundpropaganda.

Als Harry und Derrick den Laden betraten, machte sich der Hund sofort über die bereitgestellten Leckerlis her.

„Guten Tag die Damen,“ grüßte er freundlich.

„Ach, der Herr Hauptkommissar!“ freute sich die Chefin.

„Vielleicht können sie uns helfen, wir haben hier Geister!“ Dann erklärte die Verkäuferin dem erstaunten Harry die Phänomene, welche in den letzten Wochen gehäuft auftraten.

„Das klingt interessant, gibt es bestimmte Zeiten?“ die Damen mussten kurz überlegen und stellten dann fest, dass es tatsächlich kurz nach Öffnung und kurz vor Ladenschluss zu den besagten Vorfällen kam.

Harry und Derrick drehten also noch eine Runde und kamen kurz vor Ladenschluss zurück. Während der Mischlingsrüde sich bequem neben der Tür positionierte, nahm Harry eine überwachende Position vor besagten Katzengourmet-Packungen ein. Wie er geahnt hatte hörte er bald einen Aufschrei, denn wieder war ein Sack mit Kleintierstreu aufgerissen und durch die Gänge verteilt wurden. Harry blieb stur sitzen und sah plötzlich den Dieb.

„Dachte ich es mir!“ Der Hauptkommissar sah zu, wie der Dieb mit einem Beutel Katzenfrisch mit Thunfisch den Laden auf genauso leisen Sohlen verließ, wie er gekommen war.

Vor dem Laden öffnete Derrick ein Auge und verfolgte den Dieb mit einem Blick.

„Na du, wohin ist er verschwunden.“ Zusammen mit den Verkäuferinnen lief Harry seinem Hund hinterher.

Im nahegelegenen Gebüsch hörten sie leises Rascheln und drückten vorsichtig die Zweige auseinander.

„Oh wie süß!“ flüsterte die jüngere Dame.  Es war wirklich süß. Zwischen lauter leeren Gourmetkatzenfutterverpackungen hockte eine Waschbärin und fütterte ihre drei kleinen Waschbärbabys. Als sie die vier Eindringlinge bemerkte, fauchte sie und stellte sich schützend vor ihre Kinder.

„Da haben Sie ihren Dieb!“

Wieder hatten Harry und Derrick einen Fall gelöst und die Mädels aus dem Futternapf stellten nun jeden Tag für die kleine Familie einen Becher Katzengourmetfutter hin.

Romy Gläser

Die Pritzwalk-Krimis gibt es jetzt in loser Folge an dieser Stelle. Alle bisherigen Fälle des „neuen Sheriffs in der Stadt“ auch unter http://www.pritzwalker-stadtzeitung.de.

 

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