Kultur

Eine Leiche im Keller

Pritzwalk Krimi KopieHamburg hat ihn, Berlin und München sowieso. Aus London und Paris kommen die großen Vorbilder. Jetzt wurde es Zeit, dass Pritzwalk nachzieht: Unsere Stadt bekommt nun den eigenen Stadtkrimi!

Regelmäßig lesen Sie ab dieser Ausgabe in Ihrer Stadtzeitung einen spannenden Kriminalfall aus der Dömnitzstadt. Dabei ist „ein neuer Sheriff in der Stadt“, wie die Autorin es ausdrückt. Romy Gläser, ,hier bei uns lebende junge Romanautorin hat sich aus Anlass eines Praktikums in unserer Redaktion in einem neuen Genre versucht – dem Kurzkrimi mit Lokalkolorit. Harry Einfach heißt der frisch nach Pritzwalk gezogene, eigentlich schon pensionierte Kriminalkommissar. Doch einfach macht er es sich nicht. Kaum angekommen „stolpert“ er über die erste Leiche … Ein Kriminalfall, beschrieben und gelöst auf einer Seite Text! Lassen Sie sich überraschen und begeistern!

 

Eine Leiche im Keller

Der Pritzwalk-Krimi von Romy Gläser

Ein Schrei hallte über die Marktstraße. Einige Passanten blieben verdutzt stehen, kam der Schrei doch aus dem Haus, in dem reichlich Verkehr herrschte. Einige kurze verständnislose Blicke, dann gingen die wenigen Stadtbesucher weiter.

„Hallo?“ die kleine Lampe, die am Ende des Ganges aufblitzte blendete ihn.

„Sind Sie von der Polizei?“ rief eine hysterische Frauenstimme.

„Donnerwetter, woher wissen Sie das denn?“ wunderte sich die männliche Stimme.  Der Mann der dazugehörte, war nun nahe an die kleine dicke Frau heran getreten und blickte in einen überfluteten Kellerraum.

„Ich habe sie doch angerufen. Ist sie tot?“ die Stimme flüsterte nur noch, als könnte sie jemanden, der sich zum schlafen in kaltes abgestandenes Wasser gelegt hatte, aufwecken.

„Ziemlich sicher, gute Frau.“ Fing ja gut an, wenn man ihm gleich eine Leiche servierte. Da hörte man vom Eingang her weitere Stimmen, weitere Lichtkegel blitzten auf. Zwei uniformierte Beamte traten an den Tatort. Die Frau musste sich abstützen, es wurde ziemlich eng in dem Keller.

Einer der zwei brachte die Dame an die frische Luft. Dann ging das übliche Prozedere los. Aus Funkgeräten knackte es.

„Ewald? Hast du schon rausgefunden wer sie ist?“ fragte der jüngere der Beamten.

„Sie war wohl schon einige Tage im ersten Stock beschäftigt, ist dann aber mit Sack und Pack wieder abgehauen. Ihre Chefin meinte, sie hätte den Mund zu voll genommen und wollte umsatteln.“

„Wie kommt sie dann in den Keller?“

„Wenn ich dazu mal etwas sagen dürfte“, meldete sich nun der Fremde.

„Und sie sind?“

„Kriminaloberkommissar Harald Einfach.“

„Was macht denn die Kripo schon hier, wir wissen ja noch nicht mal ob es Mord war!“ fragte der jüngere Beamte.

„Sie sind gar nicht von hier.“ das war der ältere.

„Nein, ich wollte mich nur bei meinen Nachbarn vorstellen. Wissen Sie, ich hab vor einigen Jahren schon das Haus schräg gegenüber geerbt und wollte mich mal erkundigen, was in Pritzwalk so läuft. Da bin ich direkt über die Leiche gestolpert. Ich war aber jahrelang bei der Kripo in Köln. Ich bin nämlich geborener Rheinländer.“ Gab der Kriminaloberkommissar zu.

„Und was wissen Sie hier von?“ die Beamten waren sichtlich verwirrt.

„Nun, ist doch ganz einfach. Sehen sie sich doch mal den Wasserspiegel an.“

Noch verwirrter leuchteten die zwei Kollegen auf das stinkige Wasser.

„Wie man an den Wänden gut erkennen kann, war der Wasserspiegel vor zwei Tagen noch einen halben Meter höher.“

Die Beamten verstanden nur Bahnhof. Harald Einfach zeigte auf die nassen Wände, die den Stand des Wassers gut dokumentierten.

„Ich denke, das arme Mädchen wusste nicht wohin und hatte sich erstmal in den Keller geflüchtet. Immerhin war es hier trocken, doch dann kam das Wasser. Beim Versuch ihre wenigen Habseligkeiten zu retten, watete sie in den Raum. Was sie in der Finsternis nicht sah, waren diese Kabel dort!“

Tatsächlich hingen einige Kabel, frei in der Luft. Ohne Isolierung und ohne Sinn und Verstand.

„Da bekam sie einen elektrischen Schlag und war tot!“

„Klingt ja sehr einfach, Herr Einfach! Aber vielleicht würden sie uns mal unsere Arbeit machen lassen!“ grummelte der ältere Uniformierte.

Harald Einfach gab dem Mann seine Taschenlampe zurück, wohl wissend, dass er Recht hatte.

Wie man einige Tage später in der Zeitung lesen konnte, hatte sich die Dame beim Versuch Ihre wenigen Kleider zu bergen, einen Stromschlag geholt. Einfach hatte einfach Recht.

„Pritzwalker haltet euch fest, ein neuer Sheriff ist in der Stadt!“ grinste Harald.

 

Die Pritzwalk-Krimis gibt es ab jetzt in loser Folge an dieser Stelle und natürlich in der Print-Ausgabe unserer Zeitung.

 

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