Landwirtschaft und Umwelt

Milch aus dem Automaten

MilchautomatNiedriger Milchpreis macht Milchbauern erfinderisch

Der Milchpreis ist im Keller – schon lange. Viele Milchbauern in der Region Trier werden deshalb erfinderisch, um mehr Geld mit Milch zu verdienen. Ihre Idee: der Milchautomat.

Es ist ganz simpel: Die Bauern stellen einen Automaten auf, in den sie ihre Milch füllen. Kunden können die Milch dort bezahlen und abzapfen – so ähnlich wie bei einem Getränke-Automaten. Die Menge ist flexibel wählbar: von 0,1 Liter bis zu einem Liter. Die Milch kostet einen Euro pro Liter.

Die Milchautomaten sind nicht billig

Auch Landwirt Lothar Hansen hat einen Milchautomat gekauft. Seit dieser Woche steht er in dem Eifelort Bleialf direkt an der Bundesstraße. Dort hofft der Landwirt auf viel Laufkundschaft. Die braucht er auch, denn der Automat hat mehr als 10.000 Euro gekostet. Bis sich die Anschaffung für ihn lohnt, muss Hansen also viel Milch verkaufen: „Ich muss schon 40 Liter am Tag verkaufen, dann macht sich der Automat nach ein paar Jahren bezahlt,“ sagt der Milchbauer.

Der Druck für die Landwirte ist groß. 28 Cent – mehr bekommen sie zurzeit nicht von der Molkerei für einen Liter Milch. Viele beschweren sich, so könnten sie nicht rentabel wirtschaften.

Rohmilch direkt vom Erzeuger

In dem kleinen Milch-Häuschen in Bleialf können auch leere Flaschen gekauft werden

Die Milch in den Automaten ist allerdings anders als die aus dem Supermarktregal. In die Automaten kommt Rohmilch. Sie wird ständig gekühlt und jeden Tag ausgetauscht. Experten raten aber die Milch vor dem Trinken abzukochen.

Automatenlieferant Anthony Baechle hält die Milch dennoch für besonders wertvoll, sie komme ohne Umwege vom Bauern zum Kunden: „Es ist von der Qualität nicht vergleichbar mit dem, was wir im Supermarkt bekommen.“

Milchautomaten seien derzeit in ganz Deutschland gefragt, sagt Baechle. In der Region Trier seien mittlerweile 15 Stück aufgestellt. Und ihre Zahl nehme zu.

Größe ist nicht alles

Für Landwirt Lothar Hansen soll der Milchautomat dazu beitragen, dass sein Hof in jetzigen Größe bestehen bleibt und sich wieder rechnet. Denn 35 Kühe, die seien für ihn genug: „Jeder sagt, wirtschaftlicher kann ich nur arbeiten, wenn ich größer werde. Aber das will ich nicht, ich will aus dem, was ich habe, das Beste rausholen.“

 

PSZ/Agenturen

Aus der PRITZWALKER STADTZEITUNG Ausgabe 33 – August 2015. Jetzt in Ihrem Briefkasten!

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