Kommunales

Stadt legt Einwendungen gegen Windeignungsgebiet Bölzke vor

Foto: Timm Buchholz

Foto: Timm Buchholz

Schon 2013 gab die Stadtverordnetenversammlung eindeutig die Richtung vor. Man war mit großer Mehrheit gegen die Ausweisung eines weiteren Windeignungsgebietes in der Nähe von Bölzke. Einen entsprechenden Arbeitsauftrag setzte die Verwaltung jetzt sehr ordentlich um. In einer umfassenden und fachlich sehr gut begründeten Stellungnahme sagt Pritzwalk deutlich Nein zum entsprechenden Vorschlag der Regionalen Planungsgemeinschaft. Sie hat als Bestandteil des jetzt zur Beschlussfassung anstehenden Regionalplans/Wind ein etwa 130 ha großes zusätzliches Windeignungsgebiet in der Hohen Heide vorgesehen. Dies umfasst teilweise Waldflächen und von besonderen Vogel- und Fledermausarten bewohnte Areale. Damit verstoßen die Planer ganz offensichtlich gegen ihre eigenen Ausschlusskriterien. Und genau das setzt die Stellungnahme der Stadt Pritzwalk an. Konkret benannte Kriterien werden angesprochen, ihre Planung und Auslegung in Frage gestellt. So ignoriert der Entwurf Schutzgebote für Mensch und Tier. Auch bei der willkürlich festgelegten Abstandsregel zu anderen Windparks ist die Herangehensweise nicht nachvollziehbar. Bereits existierende Windkraftanlagen werden in der neuen Planung als nicht existent betrachtet.

Der Verdacht verstärkt sich, dass es überhaupt nicht um die lokale oder regionale Situation geht, sondern eine theoretische Vorgabe der Energiepolitik um jeden Preis umgesetzt werden soll. Die Prignitz produziert bereits fast das Dreifache der selbst verbrauchten Energiemenge. Das soll nach dem Willen der Landesregierung auf das Vierfache steigen. Unsere Region – und ganz speziell der Raum um Pritzwalk – hat nun wirklich schon einen erheblichen Teil zur Energiewende geleistet. Allein um unsere Stadt herum stehen bereits 300 Windräder. Niemand will die Energiewende stoppen – ein wenig mehr Lastenausgleich wäre aber wohl opportun. In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass die vehementesten Befürworter eines ungebremsten Ausbaus der Windanlagen zumeist d keine solche Bauten im direkten eigenen Umfeld ertragen müssen.

Neuste Studien zur Wirkung des von den rotierenden Flügeln Ausgesendeten Infraschalls machen dieses Argument zu einem ernst zu nehmenden Kriterium.

In der Pritzwalker Stadtverordnetenversammlung herrschte eine große Übereinstimmung zum Thema. Die Stellungnahme der Stadt fand breite Zustimmung. 16 der anwesenden Abgeordneten stimmten dafür, nur einer dagegen. Sie wird nun als offizielle Einwendung der Kommune gegen den entsprechenden Teil des Regionalplanes bis zum Ende des Monats bei der Regionalen Planungsgemeinschaft eingereicht. Ausgang? Unklar, da im dortigen Entscheidungsgremium die Vertreter des Kreises Oberhavel eine deutliche Mehrheit besitzen. Ein Vorgeschmack auf die neuen Verhältnisse überall nach der geplanten Kreisgebietsreform?

Man kann für unsere Region nur das beste hoffen. Ein Wegwischen der Bürgerproteste und kommunalen Einwände würde ein sich in letzter Zeit verstärkenden Trend befördern: Zweifel am weiteren Ausbau der Windkraft.                       PSZ

 

_

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.