Arbeit und Soziales

Mehr Geld für die Pflege! Aber wo kommt es an?

DAK-Pflege-1-1093140_1499von Michael Polte …

Sparpolitik um jeden Preis bringt Probleme vor Ort

Seit dem 1.1.2015 bezahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils 0,15% mehr in die Pflegeversicherung ein. Dieser Schritt ist durchaus nachvollziehbar und auch richtig, aber wo bleibt das Geld?

Hermann Gröhe (Gesundheitsminister, CDU)meint: „Verbesserungen in der Pflege sind ein Schwerpunkt dieser Bundesregierung. Seit dem 1. Januar können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen spürbar verbesserte Unterstützungsleistungen erhalten.“

Klingt gut, oder? Suchen Sie mit mir das Haar in der Suppe!

Ich fasse mal die Änderungen des Pflegestärkungsgesetz 1 kurz zusammen:

  • Mehr Pflegegeld (Geldleistungen für pflegende Angehörige): zwischen 2,5%- 4,1 % mehr, je nach Pflegestufe
  • Mehr Pflegesachleistungen (Leistungen für die Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst): zwischen 2,66%- 4,01% mehr, je nach Pflegestufe
  • Mehr Geld für Pflegehilfsmittel (z.B. Inkontinenzmaterial): 29,03% mehr, standen 2014 noch 31 Euro zur Verfügung sind es ab dem 1.1.15 nun 40 Euro
  • Mehr Geld für die Verhinderungspflege(z.B. durch Urlaub der Pflegeperson oder Krankheit der Selbigen, auch Ersatzpflege): 4,00% mehr für insgesamt jetzt 6 anstatt 4 Wochen
  • Mehr Geld für Tages/Nachtpflege(zeitweise Betreuung im Tagesverlauf): zwischen 4%-53,1% mehr Geld, hier wurde die Pflegestufe 1(mit Demenz) am stärksten gefördert.
  • Mehr Geld für Kurzzeitpflege: jeweils 4% mehr Geld
  • Mehr Geld für vollstationäre Pflege (Seniorenheime): jeweils 4% mehr
  • Mehr Geld für Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen: insgesamt 56,4% mehr Geld

 

Zusammenfassende Betrachtung:

An alle Dienstleister im Pflegebereich: „Geben Sie etwas von den Mehreinnahmen an ihre Angestellten weiter!“

Ein Ziel des Gesetzes war es die pflegenden Angehörigen und die ambulante Pflege zu stärken. Für einen pflegenden Angehörigen stehen monatlich maximal 28 Euro (bei Pflegestufe 3) mehr für seine Leistungen zur Verfügung, mit diesen Beträgen wird man sicherlich wenige Leute zusätzlich motivieren können ihre Angehörigen weiter bzw. erstmals zu betreuen.

Auffallend starke Steigerungen liegen bei den Wohnumfeldverbesserungen und bei der Pflege von Demenzerkrankten in der Pflegestufe 1 vor, hier wird es für Anbieter von Wohngruppen und ambulanter Pflege finanziell interessant.

Anbieter von Pflegehilfsmitteln, also wie beispielsweise Inkontinenzmaterial werden deutliche Umsatzsteigerungen verbuchen können, immerhin erhalten Sie aus dem Topf der Pflegeversicherung rund 29% mehr Gelder. Der größte Anbieter für Medizinprodukte ist in Deutschland die Paul Hartmann AG. Wenn Sie sich jetzt die Mühe machen wollen und diese im Zusammenhang mit unserem Gesundheitsminister Hermann Gröhe zu googlen … Lobbyismus ist ein großes Wort, aber man darf auch mal darüber nachdenken.

In der nächsten Ausgabe möchte ich Ihnen ein Alternativmodell in der Pflege vorstellen. Bleiben Sie aufmerksam!

Michael Polte

 

Quelle: http://www.bmg.bund.de

 

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