Geschichte

Angriff auf Pritzwalks Wälle

Salbach_Gedenkstein-um 1919

Die Parkanlangen mit dem Salbach-Denkmal um 1919. Die Stadt sollte endlich etwas tun zur Wiederherstellung der Ehrenstele, die ursprünglich eine Metallplatte mit Widmung trug. Postkarte von Klaus Müller via FB

von Hartmut Winkelmann …

Als die Stadt mehr Raum brauchte

Wie viele andere Kleinstädte war Pritzwalk seit der Frühzeit seiner Existenz von einer schützenden Mauer umgeben. Räuber und marodierende Söldner sollten damit abgehalten werden, aber genauso auch die Einnahmen fürs Stadtkasse gesichert werden. Ohne Kontrolle an den Toren der Stadt war das Eintreiben von Steuern und Zöllen sehr viel schwieriger zu bewerkstelligen.

Im Laufe der Gesichte, besonders durch die Fortentwicklung der Kriegstechnik, wurden solche mittelalterlichen Befestigungen immer überflüssiger. Eigentlich schon seit den napoleonischen Kriegen hielt solch eine Mauer keiner echten Belagerung mehr stand.

Außerdem entwickelten sich die kleinen Städte. Handel und Gewerbe blühte und brauchte Platz für neue Werkstätten, später Fabriken und natürlich auch für Wohnbauten. Da wurde das „Korsett“ der Stadtmauer zu eng.

Die Pritzwalker Befestigung war bereits in Teilen abgetragen, die sogenannten Wiek-Türme (man sieht den letzten erhaltenen in unserer Promenade) taten längst nicht mehr ihren Dienst und verfielen. Ein alter Plan von 1858 zeigt noch Reste der Befestigungen an der heutigen Parkstraße. Mit der Expansion der Draegerscher Tuchfabrik und später der Brauerei am Meyenburger Tor war der Rahmen gesprengt. Bürgermeister Doerfel rief 1895 zur ersten Versammlung eines „Verschönerungsvereins“ auf. Dieser war bis 1938 tätig. 224 Herren meldeten sich zur Mitarbeit im Verein. Die Damen wurden nicht gefragt. An Stelle der alten Wälle entstanden nun weitläufige Parkanlagen mit Gehwegen, Blumenrabatten und Baumanpflanzungen. Bereits Doerfels Vorgänger, der Bürgermeister Max Lortzing (amtierte 1856-1874), begann mit dieser Aufgabe. Für die Pritzwalker entstand ein schöner Grüngürtel, der zur Erholung und Besinnung genutzt wurde.

Im März 1899 wählte man den Major Salbach zum Vorstandsmitglied. Er war Teilnehmer am Deutsch-Französischen Krieg 1870-1871. Später wirkte er als Chef des Militärmeldeamtes der Prignitz, danach als Bezirksoffizier des Landwehrbezirkes.

Salbach machte sich zehn Jahre lang äußerst verdient um den Ausbau der „Promenade“ genannten neuen Grünanlagen. Um 1909 ist wohl seine Arbeit in der Stadt beendet. Der Verein beschloss ihm einen Gedenkstein zu widmen, der seit 1911 am heutigen Platz steht.

H. Winkelmann

Quelle: Dr. W.Simon, Pritzwalker Heimatblätter 15

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