Innenstadtbelebung

60 neue Parzellen für „Häuslebauer“

planung

Der Pritzwalker Stadtentwicklungsausschuss hat den Weg frei gemacht für die Auslegung der 5. Änderung des Teilflächennutzungsplanes (TFNP) für die Stadt. Wie oft sind die amtlichen Begriffe etwas hochgeschraubt – aber dennoch handelt es sich um ein wichtiges Planungsdokument. Im Teilflächennutzungsplan wird festgelegt, wohin sich die einzelnen Teile der Stadt entwickeln sollen. Wo soll Gewerbe entstehen, wo gibt es Mischnutzungen und wo ist eine Wohnbebauung vorgesehen? Das alles ist ein komplexes Gesamtwerk, besteht aus vielen Einzelteilen und bedarf einer immensen planerischen Vorarbeit. Ein Teilflächennutzungsplan wird in gewissen Abständen weiter entwickelt, bestehenden Gegebenheiten angepasst und neuen Anforderungen entsprechend umgestaltet. Ist eine Fläche im Teilflächennutzungsplan für eine bestimmte Nutzung vorgesehen, so heißt das noch nicht automatisch, dass hier auch sofort etwas derartiges entsteht. Dafür braucht man dann einen Bauleitplan. Dieser darf dem Teilflächennutzungsplan nicht grundsätzlich widersprechen. Also in Kurzfassung: Der TFNP hat einen informellen, mehr orientierenden Charakter, während ein Bauleitplan die konkreten Bauvorhaben beschreibt.

Vor diesem Planungsbeschluss wurden die Träger öffentlicher Belange, also z.B. Umwelt-, Wasserschutzbehörden und viele andere, aber auch private Antragsteller beteiligt. Das Verfahren, samt Bürgerfragestunde lief 2013 bis Anfang 2014.

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Karin Kostka ist die Planerin.

All diese komplizierten Zusammenhänge und das Ergebnis ihrer umfangreichen Planungsarbeit stellte Karin Kostka, Inhaberin der KK Regioplan, am Dienstagabend dem Stadtentwicklungsausschuss vor. Sie tat das sehr anschaulich und mit Geduld und Verständnis für die Rückfragen der Kommunalvertreter.

Was ändert sich nun gegenüber der letzten Fassung des Teilflächennutzungsplanes? Laut Karin Kostka handelt es sich zum einen um Bestandsanpassungen an sich bereits praktisch vollzogene Veränderungen sowie andererseits um Flächenneuausweisungen (Vorbereitung künftiger Entwicklungen). Bei den Bestandsanpassungen geht es z.B. um die ursprünglich nicht vorgesehene Ausweisung von Parkplätzen, Kinderspielplätzen usw., die in der Zwischenzeit bereits entstanden sind. Auch werden einzelne, schon bebaute Flächen jetzt den angrenzenden Wohn- bzw. Gewerbeflächen planerisch angegliedert.

Interessante Punkte bei den Flächenneuausweisungen sind u.a. zusätzliche Wohnbauparzellen hinter der bisherigen Förderschule, in Erweiterung der bebauungsfähigen Flächen am Trappenberg sowie im Bereich Kyritzer Str./Havelberger Straße. Insgesamt werden zukünftig 31 Wohngrundstücke im Stadtgebiet sowie weitere 29 im genannten Gebiet Kyritzer Str./Havelberger Str. geplant. Das kommt dem konstanten Bedarf gerade junger Familien nach Bauflächen im Stadtgebiet nach. Innerhalb der Ortsteile habe man einen fast vollständigen Flächenschluss erreicht, wie Vizebürgermeister Dr. Thiel erläuterte. Die somit vorgehaltenen Flächen dürften der Nachfrage in den kommenden Jahren gerecht werden.

Bei vielen der neu ausgewiesenen Bauflächen reagiert man auch auf das Problem der immer zahlreicher leerstehenden Gartenparzellen in den Sparten der Stadt. Hier wird an den Rändern eine Umwidmung in Wohnbauland angestrebt. Angst vor Kündigung seines Gartens braucht deshalb aber niemand zu haben.

Im südlichen Teil der Stadtplanung ist eine Wohnbebauung beidseitig in Höhe des ehemaligen Wasserturms an der Havelberger Straße sowie entlang der Kyritzer Straße bis an die bereits bestehende Bebauung in der August-Bartels-Weg vorgesehen. Praktisch wird in den nächsten drei Jahren hier aber kaum etwas passieren. Es handelt sich, wie gesagt, nur um eine Entwicklungsplanung. Der gesamte Teilflächennutzungsplan besitzt einen ungefähren Zeitrahmen von 5 bis 10 Jahren, d.h. danach ist mit einer weiteren Fortschreibung entsprechend dann aktueller Gegebenheiten zu rechnen.

Insgesamt verfolgte die Stadtverwaltung mit ihren Vorgaben das Ziel eine „Zerfaserung“ der Stadt an ihren Rändern durch ungezügelte Bebauung zu begegnen. Eine Abrundung des Stadtgebietes durch die Neuplanungen soll erfolgen.

Der Offenlegung des umfangreichen Planungsdokument gaben die fünf Ausschussmitglieder nach etlichen Nachfragen ihre Zustimmung. Endgültig entscheidet die Stadtverordnetenversammlung am 26.11. darüber.

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