Kultur

„Märkisches Blut“ – Mord in der Prignitz

Cover_Märkisches BlutTom Wolf „Märkisches Blut“ (Kriminalroman)

Es gibt nur einen Grund, warum Berliner aufs Land ziehen: weil sie verrückt sind! Die Großstädter bringen bloß Unruhe in die Provinz, meint Kriminalhauptmeister a. D. Leo Pauluth, der bis zu seiner Pensionierung alle Hände voll mit ihnen zu tun hatte. Als die Öko-hofbetreiberin Lotte Preuß im kleinen Waterloo in der Prignitz an-geblich ihren Mann und sich selbst erschießt, beginnt Pauluths zweite Karriere als Privatdetektiv im Dienste der Gerechtigkeit.

Adel verpflichtet – bisweilen auch zum Töten

In »Märkisches Blut« schickt Autor Tom Wolf Kriminalhauptmeister a.D. Leo Pauluth auf eigene Faust los, um Ermittlungen in der Prignitz anzustellen. Wolf versteht es, eigensinnige Charaktere mit skurrilen Lebensläufen zu entwickeln, die alle etwas zu verbergen haben und einen Plot aufzubauen, der nicht vorhersehbar ist. Gespickt mit historischen Hintergründen rund um den Adel in der Mark Brandenburg liegt hier ein atmosphärisch dichter Krimi mit authentischen Dialogen vor, der vor allem von der detaillierten Recherchearbeit des Autors lebt. Dabei wechseln oft die Figurenperspektiven und nie wird man den Verdacht los, dass der Erzähler immer noch ein bisschen mehr weiß – und sich durchaus darüber amüsiert. Dadurch gewinnt der Krimi einen feinen hintergründigen Humor, der die Spannung jedoch an keiner Stelle sabotiert. So hat »Märkisches Blut« eine angenehme, nie aufgesetzt wirkende Leichtigkeit – und das trotz des gehaltvollen Stoffs.

Wolf TomTom Wolf, geboren 1964 in Bad Homburg, studierte Germanistik und Philosophie. Seit 2000 arbeitet er als freier Schriftsteller. Am bekanntesten sind bislang seine Preußen-Krimis.

http://www.tom-wolf.jimdo.com

Ich hab das Buch gelesen!

„Ein amüsant, spannend und kenntnisreich geschriebenes Buch, nicht nur über einen Kriminalfall mit vielen Wendungen sondern fast ein Porträt über die Prignitzer Gesellschaft nach der „Wende“. Allerlei Adlige kamen damals in unsere Region – mal mit guten Ideen, mal weniger guten – in jedem Fall aber mit sehr vielen Ansprüchen. Und auch der eingefleischte Prignitzer hat die Umbrüche auf dem flachen Land noch nicht immer so richtig verarbeitet. Vier Jahre lebt Tom Wolf erst hier bei uns, dennoch gelangen ihm in „Märkisches Blut“ wunderbare Porträts von hier lebenden Menschen, mit oder ohne Adelstitel.

Es sei nicht beabsichtigt, sagt der Autor, aber wer unsere Gegend kennt, dem wird so mancher der beschriebenen gestelzten Charaktere sehr bekannt vorkommen. Ob besessen von der eigenen, echten oder leicht ausgeschmückten Familiengeschichte, ob mit recht verschrobenen Ansichten durchs Prignitzer Land laufend oder mit dauernder Miesepetrigkeit durchs Leben gehender Einheimischer – man erkennt so manchen Handelnden aus der realen Welt wieder. Einfach köstlich. Quasi ein Sittengemälde unserer Zeit und unserer Prignitz – nur mit Mord und Totschlag gewürzt. Aber das soll ja selbst in „besseren“ Kreisen vorkommen.

Ein absolutes Lesevergnügen und ein Muss für jeden Freund der Region!“

Hartmut Winkelmann

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