Innenstadtbelebung

Von Wittstock lernen heißt siegen lernen

Aus der „Pritzwalker Stadtzeitung“ Ausgabe 20 (Foto: http://www.wittstock.de):

Stadtgeschichte erlebbar machen

Wer einmal erlebt hat, mit wie viel Herzblut z.B. Ellen Preuß vom Stadtmuseum/Stadtinfo den Besuchern bei ihren Stadtführungen von den alten Tagen Pritzwalks erzählt, der kann ahnen, wie man Menschen für die unsere Geschichte begeistern kann. Warum machen wir eigentlich nicht mehr daraus?

Unsere Stadt hat nach dem verheerenden Feuer von 1821 leider nicht mehr so viele vorzeigbare historische Gebäude. Dennoch gibt es eine Menge Interessantes über und von unseren Vorfahren zu erzählen. Da muss eine pfiffige Idee her, ein Grund, weshalb Einheimische und Fremde einen historischen Stadtrundgang mitmachen. Dabei darf es nicht nur beim Herunterrattern von trockenen Fakten bleiben. Histörchen, Begebenheiten, kleine und große Schand- und Heldentaten müssen so einen Spaziergang durch die Geschichte zum Erlebnis werden lassen.

Dabei muss man ja nicht alles neu erfinden. Ein Blick über den Teller- oder Stadtrand kann da schon recht nützlich sein. Wittstock, z.B, ist dabei bereits einen großen Schritt weiter. Nicht nur das zweijährige Schwedenspektakel rings um die Schlacht bei Wittstock im Dreißigjährigen Krieg, nein auch die regelmäßigen Stadtspaziergänge bringen Hunderte auf die Beine. Da begegnet man Landsknechten, Marktfrauen, Schmugglern, Bischöfen und Dirnen. Alle stecken in liebevoll hergestellten Kostümen, viele können dem geneigten Besucher ein Geschichte von früher erzählen. Dazu gibt es ein wenig Musik, Lichteffekte und unter Beteiligung der örtlichen Gastronomie auch ausreichende Labsal für Geist und Magen.

 

Können wir das nicht auch? Von Wittstock lernen heißt in diesem Falle siegen lernen!

Wir können als Kleinstadt mit den immer wieder gleichen Akteuren nicht tausend Dinge gleichzeitig tun. Aber hier bieten sich mit relativ wenig Aufwand umsetzbare Chancen an, die wir viel zu lange ungenutzt ließen.

Stellen Sie sich doch mal zu abendlicher Stunde den Park an der erhaltenen alten Stadtmauer mit dem Wehrturm vor! Feuerschein, einfache Scheinwerferinstallationen, kostümierte Stadtdiener (nein, ich meine nicht die heutigen!), Ackerbürger, Mägde und Knechte, die Ratsherren, leichten Mädchen, den alten, Ehrfurcht einflößenden Scharfrichter und natürlich der Unhold Räuber Heine Klemens laufen umher. Geschichten werden erzählt, Auszüge aus Historienfilmen am Wegesrand gezeigt. Die Schankwirte der heutigen Tage bieten allerlei Gebratenes und Gesottenes an. Vielleicht könnten auf den Mauern die wackeren Bürger der Stadt der Fehde des frechen Räubers entgegentreten. Krach bum – ein paar Showeffekte würden das ergänzen. Und Sie mittendrin! Als staunender Besucher oder selbst in einer geschichtlichen Rolle. Schülerinnen und Schüler wären sicher auch dabei.

Historisch Interessierte leben eine Menge hier bei uns. Im optimalen Fall könnten solche historischen „Erlebnisinseln“ unsren ganzen Grüngürtel durchziehen. An solchen Abenden mit vielen Beteiligten, ansonsten als Info-Tafeln mit Erklärungen und Geschichten aus alter Zeit. Welch ein schöner Gedanken. Und gar nicht so unrealistisch!

Hartmut Winkelmann

 

 

2 replies »

    • Genau dahin gehen gerade unsere Gedanken. Hier ein kleines Zitat aus dem Kommunalwahlprogramm der Linken:
      „Stärkung der historischen Identität
      Pritzwalks Heimatgeschichte bietet viele Anknüpfungspunkte für eine verstärkte Identifizierung der Menschen mit ihrem Ort. Die Heine-Klemens-Sage ist so ein Punkt. Wir wollen den Trappenberg als Veranstaltungsort wiederbeleben und deshalb regelmäßige Räuber-Klemens-Festspiele initiieren. Damit können auch auswärtige Besucher interessiert werden.“

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