Landwirtschaft und Umwelt

Heimlich, still und leise

Investoren planen in Könkendorf eine riesige Hähnchenfabrik

Wenn ein Ansiedlungsverfahren möglichst ohne öffentliche Begleitung, ganz heimlich, still und leise betrieben wird, dann sollte man besonders misstrauisch sein. Und so auch diesmal.

Lange hatte es kaum jemand mitbekommen, dass im Örtchen Könkendorf, in der Nähe von Sadenbeck, zwei holländische Investoren mit Hochdruck an den notwendigen Bauplanungen und Betriebsgenehmigungen für eine große Hähnchenmastanlage arbeiteten. Man will teils bereits bestehende alte Landwirtschaftsgebäude umbauen. War nach dem ersten Bekanntwerden noch von drei Ställen mit etwa 160.000 Hühnern die Rede, so wuchs die wirkliche Dimension des Vorhabens bald auf fünf Ställe mit mehr als 340.000 Tieren.

Wenn man bedenkt, das bis zu acht „Zuchtdurchgänge“ jährlich geplant sind, wird dem Betrachter schnell klar, um was für eine Massentierhaltung es hier geht.

Knapp 3 Millionen Hähnchen pro Jahr, mit entsprechenden Futtermittel- und Mistmengen, die über die wenigen Zugangswege von und nach Könkendorf zu transportieren sind, plus Geruchs- und Schadstoffbelastungen für die Anwohner – hier ist Vorsicht geboten!

Mit der fleißigen Arbeit hinter den Kulissen wollen die Geldgeber vollendete Tatsachen schaffen. Die Rechtslage in Deutschland ist leider so, dass betriebsrechtlich kaum eine Verweigerung der Betriebsgenehmigung möglich ist, wenn sich die Investoren an die gröbsten Bestimmungen halten. Verhindert werden kann so eine Massenanlage eigentlich nur durch den Widerstand vor Ort und ein bau- und planungsrechtliches schnelles Vorgehen der Stadtverwaltung. Ist da bisher etwas passiert? Wohl nicht.

In Könkendorf hat sich eine Bürgerinitiative gegen das Vorhaben gebildet. Unterstützt wird sie von der BI „Wittstock contra Industriehuhn“, die vor kurzem eine ähnliche Mastanlage in Alt Daber verhindert hat. Der Widerstand der Anwohner ist mehr als verständlich.                                           HW

 

 

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