Jugend

Jahnschule: Etwas erreicht, wenn auch kein Wunschergebnis

jahnschule_06Am heutigen 18. Juli fand das Gespräch zur Klassenzusammenlegung der drei vierten Klassen an der Pritzwalker Jahnschule in Perleberg statt. In größerer und kompetenter Runde wurde die geplante Verringerung von drei auf zwei Klassen der Jahrgangsstufe sachlich diskutiert. Das Schulamt legte detailliert die Gründe aus seiner Sicht dar. Besonders die Elternvertreterinnen, aber auch die Lokalpolitiker aus Pritzwalk bekräftigten ihre Position gegen eine Zusammenlegung. Es wird bei der verfügten Zusammenlegung bleiben. Die Schule erhält fünf zusätzliche Stunden zugeteilt, welche in Form von Teilungsstunden den Kindern zugute kommen werden. Dabei werden die neuen größeren Klassen mit nunmehr 28 Kindern zeitweise in lernstarke und lernschwächere Gruppen aufgeteilt. Außerdem erhält die Jahnschule besondere Unterstützung bei der Umsetzung dieses Prozesses der Zusammenlegung.

Einwände der Eltern, z.B. zur zeitaufwändigen Neubildung interner Klassenstrukturen (einfach gesagt: einer „Hackordnung“ unter den Schülern), der Mehrfachbelastung durch zahlreiche neue Fächer und damit verbunden unbekannten Lehrern, Wegfall der Hortbetreuung ab fünfter Klasse usw., wurden ernsthaft zur Kenntnis genommen. Es wird eine begleitende Beobachtung der Folgewirkungen geben. Stadtverordnetenvorsitzender Hartmut Winkelmann drückte seine Sorge aus, das es sich hier um einen „Präzedenzfall“ handeln könnte, der seine Fortsetzung in den Folgejahren finden könne. Das wurde, insbesondere vom Vertreter des Bildungsministeriums ausdrücklich verneint. Man wird sich an diese Zusicherung später erinnern!

Die Elternvertreterinnen zeigten sich großartig vorbereitet und zielstrebig in ihrer Argumentation. Dietmar Sachs von der Stadt Pritzwalk bekräftigte die jederzeit bestehende Möglichkeit auch fünf Züge in den beiden Grundschulen der Stadt räumlich und materiell abzusichern. Das wird bei der Neueinschulung im kommenden Monat bereits wieder wirksam werden: Drei erste Klassen an der Jahnschule, zwei an der Quandt-Schule. Immer mehr Kinder von außerhalb des Stadtgebietes werden von ihren Eltern in Pritzwalk angemeldet, besonders an der Jahnschule, was für ihren exellenten pädagogischen Ruf spricht.  Die jetzige Verringerung der Zügigkeit beim Übergang der vierten zur fünften Klasse brächte der Stadt als Schulträger keinerlei Einsparungen.

Frau Schwarz als Schulleiterin erläuterte besondere Maßnahmen der Regelungen zu Klassenleiterinnen und deren Stellvertretung. Diese Lehrerinnen werden häufiger in den von der Zusammenlegung betroffenen Klassen unterrichten.

Großartig war das Eintreten der Elternsprecher eben nicht nur für die eignen Kinder, sondern auch für die nachfolgenden Altersklassen. Das Zustandekommen einer solch hochrangigen Runde und die Verbesserungen für die Jahnschule wären ohne ihre Bemühungen nie zustande gekommen. Auch wenn das Ergebnis nicht die Erwartungen der Eltern und Kinder erfüllt: Es hat sich gelohnt zu kämpfen.

Dieter Groß und Ina Muhß erläuterten zudem jüngste Beschlüsse des Landtages, um die angespannte Personalsituation (Altersstruktur, wenige junge Lehrer, die in die Peripherie gehen wollen, hohe Krankenstände etc.) zu entlasten. Rot-Rot hat in Brandenburg in den jetzt abgeschlossenen Tarifverhandlungen zugesagt, die Stundenzahl älterer Lehrer abzusenken und die Anzahl der Neueinstellungen stark zu erhöhen.

Das Gespräch kam auf Einladung des Landtagsabgeordneten Dieter Groß (DIE LINKE) zustande. Teilnehmer waren u.a.: Herr Menzel, stellv. Schulamtsleiter, Herr Kniep als Vertreter des Bildungsministeriums (Schulaufsicht), die Elternvertreterinnen Nicole Czaja, Julia Mücke und Daniela Stark, die Leiterin der Jahnschule Frau Schwarz, Pritzwalks Stadtverordnetenvorsteher Hartmut Winkelmann, SPD-Landtagsabgeordnete Ina Muhß, Dietmar Sachs, Geschäftsbereichsleiter der Stadtverwaltung Pritzwalk gemeinsam mit Frau Przybilla, Fachbereichsleiterin, als Vertreter des Schulträgers und Klaus-Peter Garlin als amt. Bildungsausschussvorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Pritzwalk teil. Landtagsabgeordneter und Landesbildungsausschussmitglied Gordon Hoffmann (CDU) fehlte.

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